Sie war von 2005 bis 2021 Bundeskanzlerin und kennt den russischen Präsidenten Wladimir Putin (72) nur zu gut: Angela Merkel (70). Im Interview mit der „Berliner Zeitung“ hat sie sich ausführlich zum russischen Aggressor geäußert. „Präsident Putin versucht, die Europäische Union zu schwächen, mit den Mitteln, die ihm im Augenblick zur Verfügung stehen“, so die Politikerin.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Laut Merkel geht es Putin sehr um Anerkennung – „gerade von Amerika“. Dieses Denken stamme noch aus der Zeit des Kalten Krieges. Für Putin seien die relevanten Größen nicht Deutschland oder die EU, sondern die eigentliche Großmacht, die Vereinigten Staaten von Amerika. „Sie waren und sind sein Bezugspunkt.“

Putin und Trump – kommen sie sich weiter näher?
So kann es Putin nur gefreut haben, wie die USA unter Präsident Donald Trump zuletzt agiert haben. Höhepunkt war dabei sicherlich der öffentliche Schlagabtausch – um nicht zu sagen Eklat – zwischen Trump und Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj vor zwei Wochen. Im Weißen Haus lieferten sich die beiden Staatschefs ein Wortgefecht, das schließlich in der vorzeitigen Abreise Selenskyjs gipfelte.
Die Aufregung hat sich mittlerweile gelegt, in dieser Woche haben ukrainische Unterhändler in der saudi-arabischen Hafenstadt Dschidda einem US-Vorschlag zu einer befristeten Waffenruhe zugestimmt. Nach dem Eklat im Weißen Haus wurde das Ergebnis international mit Erleichterung aufgenommen. Dennoch war die Hinwendung Trumps zu Putin und die gleichzeitige Abwendung zu Kiew in den letzten Wochen deutlich zu spüren.
News aus den USA
Merkel: Unklar, ob Trump die Seiten wechseln wird
Die Angst, die umgeht: Wird Trump vollends die Seiten wechseln und den Westen spalten? Merkel meint im Interview mit der „Berliner Zeitung“, das könne man noch nicht abschließend beurteilen, „aber dass die USA zusammen mit Russland wenige Tage vor der Oval-Office-Begegnung in der UN-Vollversammlung eine Resolution gegen die territoriale Integrität der Ukraine beschlossen haben, ist sehr erstaunlich“, sagt die Ex-Kanzlerin.
Was Selenskyj und der Ukraine ein wenig Hoffnung machen dürfte: Bei der Konferenz der Außenminister der wirtschaftsstarken Demokratien (G7) trug US-Außenminister Marco Rubio Formulierungen mit, die den Positionen Trumps bei dessen drastischem Kurswechsel gegenüber Kiew und Moskau in dem Krieg entgegenzustehen scheinen.
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„Die G7-Mitglieder bekräftigten ihre unerschütterliche Unterstützung für die Ukraine bei der Verteidigung ihrer territorialen Integrität und ihres Existenzrechts sowie ihrer Freiheit, Souveränität und Unabhängigkeit“, heißt es im gemeinsamen Abschlussdokument der Konferenz in Charlevoix im Osten Kanadas.
Rubio bewertete ein Treffen des US-Sondergesandten Steve Witkoff mit Putin am Donnerstag zum Vorschlag der Waffenruhe als „sehr positiv und produktiv“. Am Wochenende werde man die Position genauer prüfen. Denn auch hier hatte Putin eine mögliche Zustimmung an viele Vorbedingungen geknüpft.
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So hatte die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock vor dem Abflug Richtung Kanada deutlich gemacht, dass die Waffenruhe ein möglicher Wendepunkt sein könnte. Aber gleichzeitig auch vor Russlands Präsidenten gewarnt: „Klar ist jetzt: Putin ist am Zug. Ebenso klar ist: Putin kann man nicht über den Weg trauen.“
dw/dpa










