21 Jahre lang war Robert Müller aus Stade bei der Bundeswehr. Dass dies sein Weg sein würde, war eher ein Zufall. Denn eigentlich, so erzählt er es Louis Klamroth, sei das nicht sein Plan gewesen. Über die Wehrpflicht fand er seinen Weg zu den Fallschirmjägern – und blieb. Irgendwie habe sich das nach „Aufbruch“ angefühlt, nach „raus von Zuhause“.

In seinen vielen Jahren bei der Bundeswehr war Müller auch bei Auslandseinsätzen – im Kosovo etwa und in Afghanistan. Dort wurde er auch verwundet. Die körperlichen Wunden sind inzwischen verheilt, doch ein, wie er es nennt, „wesentlicher Teil der Erkrankung“ ist geblieben: die posttraumatische Belastungsstörung. „Der Krieg geht für uns immer weiter“, erklärt er Klamroth seine Krankheit. „Ich lebe auf einer Baustelle.“ Und trotzdem: Auch mit dem Wissen von heute würde Robert Müller wieder zur Bundeswehr gehen. Warum, das verrät der Einspieler nicht.

Hart aber fair“: Das waren die Gäste:

  • Roderich Kiesewetter (CDU) Obmann der Unions-Bundestagsfraktion im Auswärtigen Ausschuss und Oberst a.D.
  • Julian Nida-Rümelin (SPD) Philosoph und Staatsminister a.D.
  • Ina Ruck, langjährige Auslandskorrespondentin, zurzeit in Moskau
  • Andrea Rotter, Leiterin Außen- und Sicherheitspolitik an der Akademie für Politik und Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung
  • Ole Nymoen, Podcaster und Autor
  • David Matei, Influencer für Verteidigungsthemen und Jugendoffizier
  • Bascha Mika, Podcasterin und langjährige Chefredakteurin von „taz“ und „Frankfurter Rundschau“
  • Jeff Rathke, Präsident des American-German Institute an der Johns-Hopkins Universität und ehemaliger US-Diplomat und Nato-Beamter

Lediglich 17 Prozent der deutschen Bevölkerung sind „auf jeden Fall“ bereit, Deutschland im Falle eines militärischen Angriffs mit der Waffe zu verteidigen. Das ergab eine Forsa-Umfrage von Anfang März. Die Mehrheit von 60 Prozent wollen das „auf keinen Fall“ oder „wahrscheinlich nicht“. Und das, obwohl sich viele Bürgerinnen und Bürger große Sorgen um die Sicherheit in Europa machen.

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Einer, der zu den 60 Prozent gehört, ist der Podcaster und Autor Ole Nymoen. „Ich würde junge Menschen sogar davor warnen, zur Bundeswehr zu gehen“, sagt er. Er findet, deren Werbung sähe immer so „cool und lässig aus“ – in Wahrheit sei sie aber verharmlosend.

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#9 Lars Klingbeil über seinen Soldatenvater und das Sterben im Krieg
Meine schwerste Entscheidung
 

„Hart aber fair“ in der ARD: Journalistin fragt Influencer, ob Bundeswehr „sexy“ ist

Bascha Mika ist Podcasterin und langjährige Chefredakteurin von der „taz“ und der „Frankfurter Rundschau“. Sie selbst ordnet sich im Laufe der Sendung immer wieder der Friedensbewegung zu. Von David Matei, der Influencer für Verteidigungsthemen und Jugendoffizier ist, will sie wissen: „Ist die Bundeswehr ein Arbeitgeber, der sexy für junge Leute ist?“ „Jetzt überraschen Sie mich, wollen Sie Reservistin werden?“, fragt Klamroth daraufhin lachend. Doch Mika führt aus: Die Bundeswehr sei nicht nur sexistisch, rassistisch und in Teilen rechtsextrem, sondern jeder Vierte sage nach wenigen Wochen, dass der Dienst doch nichts für ihn oder sie sei.

Jüngsten Zahlen zufolge verlässt jeder beziehungsweise jede vierte die Bundeswehr innerhalb der ersten sechs Monate. Doch alle Männer in der Runde, die gedient haben, beteuern, dass ihnen weder Sexismus noch Rassismus während ihrer Dienstzeit untergekommen sei. „Es ist doch gut, dass sich die Leute das anschauen können“, urteilt Matei lapidar. Eine tiefer gehende Erklärung, als, dass manche Menschen eben nicht damit klarkämen, dass sie sich die Haare abschneiden müssten, findet er allerdings nicht.

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Das übernimmt dann Andrea Rotter, die Leiterin der Außen- und Sicherheitspolitik an der Akademie für Politik und Zeitgeschehen der Hanns-Seidel-Stiftung für ihn. In der Erhebung hätten die Befragten vor allem gesundheitliche und familiäre Gründe genannt – aber auch falsche Vorstellungen. Deshalb gehe es nicht nur um eine Neugewinnung von Personal, sondern auch darum, das zu halten. „Wie kann die Truppe insgesamt attraktiver werden?“, sagt sie. Denn nur mit genügend Personal könne sie ihrer „eigentlichen Aufgabe, die der Landes- und Bündnisverteidigung” gerecht werden, so CDU-Mann Roderich Kiesewetter.