Wladimir Putin redet nicht mit jedem, wenn es um die Befriedung des von ihm angezettelten Angriffskrieges gegen die Ukraine geht. Wer Verständnis für Kiew offenbart, muss mit Ausmusterung rechnen. Das ist jetzt gerade dem 80-jährigen Keith Kellogg widerfahren. Dem bis vor Kurzem führenden US-Gesandten wurde von US-Präsident Donald Trump die Federführung bei den Bemühungen um einen Waffenstillstand plus Friedensvertrag entzogen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Kellogg ist ab sofort nur noch für die Kontakte zu Kiew zuständig. Dabei hatte Trump den pensionierten Generalleutnant erst im November mit der Pole-Position im Ringen um eine Beendigung des Krieges betraut. Heute bemühen sich beide Seiten um Gesichtswahrung und bestreiten das, was für viele US-Medien offensichtlich ist: eine Degradierung. Kellogg erklärte, er fühle sich geehrt, nun als Sondergesandter für die Ukraine zu arbeiten. Trump äußerte sich ähnlich.
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Dass Russlands Präsident Wladimir Putin, wie der Sender NBC berichtete, massiv Druck auf Trump ausgeübt habe, Kellogg aus der ersten Reihe zu nehmen, weil er für den Geschmack des Kreml zu viel Verständnis für die Interessen Kiews habe, ließ das Weiße Haus unkommentiert.
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Dabei war seit einigen Wochen offensichtlich, dass Kellogg in Ungnade gefallen sein muss. Bei wichtigen Gesprächen in Russland wie in Saudi-Arabien war er nie Teil der US-Delegation. Der Sondergesandte Steve Witkoff, Außenminister Marco Rubio und der Nationale Sicherheitsberater Mike Waltz prägten das Bild.
Warum? Der Vietnam-Veteran hat die russische Aggression in der Ukraine oft kritischer gesehen als seine Kollegen. „Weihnachten sollte eine Zeit des Friedens sein, doch die Ukraine wurde am Weihnachtstag brutal angegriffen“, schrieb Kellogg am 25. Dezember vergangenen Jahres auf dem Portal X. „Groß angelegte Raketen- und Drohnenangriffe am Tag der Geburt des Herrn sind falsch.“ Putin vergisst so was nicht.
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Keith Kellogg arbeitete seit vielen Monaten an einer Blaupause, wie das Sterben im Donbass beendet werden könnte. Bereits im Frühjahr 2024 legte er gemeinsam mit seinem Kollegen Fred Fleitz vom America First Policy Institute, einer Trump-freundlichen Denkfabrik, einen Plan vor, der zunächst das Einfrieren der Frontlinien vorsieht. Darin hieß es unter anderem an die Adresse der Russen: Wenn Putin nicht an den Verhandlungstisch kommt, „dann werden wir den Ukrainern alles geben, was sie brauchen, um euch auf dem Feld zu töten“.
Eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine lehnt Kellogg ab. Aber: Die Ukraine soll langfristige Sicherheitsgarantien erhalten, wozu auch umfangreiche Waffenlieferungen gehören würden, die von Putin kategorisch abgelehnt werden. Dennoch: Kelloggs Überlegungen zielen darauf ab, dass die Ukraine das gesamte Gebiet aufgibt, das Russland besetzt hält.

Keith Kellogg war während Trumps erster Amtszeit von 2017 bis 2021 Stabschef des Nationalen Sicherheitsrats des Weißen Hauses und Nationaler Sicherheitsberater des damaligen Vizepräsidenten Mike Pence. Kelloggs Tochter Meaghan ist Präsidentin der R.T.-Weatherman-Stiftung. Sie kümmert sich um die Rückführung von im Kampf getöteten amerikanischen Freiwilligenkämpfern in der Ukraine.












