- Saskia Esken ist Co-Parteivorsitzende der SPD
- Die Parteilinke hat das Amt seit 201
- Esken ist umstritten – und will für das Amt nicht erneut kandidieren
„Mein Name ist Saskia Esken, mit 20 spielte ich als Straßenmusikerin auf Marktplätzen und schlief in meinem Auto“ – so stellt sich die Co-Parteivorsitzende der SPD im parteieigenen Projekt #1von400Tausend vor. Unvorstellbar sei es für sie gewesen, dass sie eines Tages die Partei führen würde. „Was für eine Ehre!“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Esken gehört sicher zu den streitbareren Politikerinnen in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Die Parteilinke eckt an, ob bei den Genossen oder bei Markus Lanz, lässt sich dabei aber nicht beirren. Nicht unbedingt zu ihrem Vorteil – bei der Vergabe von Regierungsposten in der schwarz-roten Bundesregierung ließ Co-Vorsitzender Lars Klingbeil sie im Regen stehen. Esken schien angezählt und verzichtete wenig später auf eine erneute Kandidatur.
Was gibt es über Esken zu wissen? Wer ist die Parteichefin? Lesen Sie jetzt hier: den Steckbrief.
Saskia Esken: Die wichtigsten Infos im Steckbrief
| Name | Saskia Christina Esken |
| Geburtsdatum | 28. August 1961 |
| Amt | Bundesvorsitzende der SPD |
| Parteimitglied seit | 1990 |
| Ausbildung | Informatikerin |
| Familienstand | Verheiratet, drei Kinder |
| Wahlkreis | Calw, Baden-Württemberg |
Saskia Esken: Ausbildung, Ehemann, Gehalt – Die SPD-Chefin privat
Paketbotin, Kellnerin, Straßenmusikerin: Stationen aus dem Leben von Saskia Esken, bevor sie in die Bundespolitik ging. Geboren am 28. August 1961 in Stuttgart, aufgewachsen in Renningen, war ihr die SPD lange nicht links genug. Sie besteht 1981 ihr Abitur, nimmt als erste in ihrer Familie ein Studium auf, Germanistik und Politik, bricht dieses aber nach vier Semestern ab.
Stattdessen schnappt sie sich ihre Gitarre und tourt durch Süddeutschland. Erst 1991 schließt sie eine Ausbildung zur Informatikerin ab, arbeitet fortan als Softwareentwicklerin, tritt zwischenzeitlich den Sozialdemokraten bei.
- Ausbildung: Esken hat eine duale Ausbildung zur staatlich geprüften Informatikerin abgelegt. Bis zur Geburt ihres ersten Kindes im Jahr 1994 arbeitete sie als Entwicklerin.
- Ehemann: Seit 1993 ist Esken mit ihrem Mann Roland verheiratet. Das Paar hat drei Kinder und wohnt in Calw.
- Gehalt: Esken bezieht als Bundestagsmitglied eine monatliche Abgeordnetenentschädigung von 11.196,44 Euro (brutto); als Parteivorsitzende zahlt ihr die SPD monatlich etwa 9000 Euro (brutto). Dazu kommen weitere Pauschalen im Rahmen ihrer Tätigkeit als Abgeordnete, etwa für Lebenshaltungskosten in der Hauptstadt oder Mitarbeitende.
Saskia Esken: Die Stationen ihrer Parteikarriere

Eskens Weg in die Politik beginnt in der Geflüchtetenhilfe. Im Wendejahr 89/90 unterstützt sie geflohenen Kurden aus dem Irak, aus dem SPD-Ortsverein heraus. Von 2007 bis 2014 sitzt sie im Gemeinderat von Bad Liebenzell, ist ab 2009 Kreisrätin und Mitglied im Landesvorstand der sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik. Von 2010 bis 2020 agiert sie außerdem als Vorsitzende des Kreisverbands Calw.
Auf der bundespolitischen Bühne hat Esken ihren ersten Auftritt im Jahr 2013. Sie zieht als Abgeordnete in den Bundestag ein. Der Fraktion dient sie als digitalpolitische Sprecherin, bis Ende 2019. Dann wird sie Parteivorsitzende, zusammen mit Norbert Walter-Borjans.
Ihren Anspruch formuliert sie so: „Für die vielen Menschen, die sich im ganzen Land in Ortsvereinen einbringen und für Gerechtigkeit im Kleinen oder auf der großen politischen Bühne kämpfen – für die möchte ich unsere Partei gestalten.“
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Saskia Esken: Für welche Themen setzt sich die SPD-Politikerin ein?
Saskia Esken kommt vom linken Flügel der SPD und setzt sich für eine vielfältige Gesellschaft ein, „in der wir alle Menschen mit ihren besonderen Fähigkeiten, ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen, unterschiedlichen Berufen akzeptieren und denen, die Nachteile haben, Unterstützung organisieren, damit sie souverän teilhaben können“. Das ist die sozialdemokratische DNA, die Vielfalt als Chance begreift, nicht als Bedrohung.
Zu den politischen Kernthemen Eskens gehören:
- Soziale Gerechtigkeit: Esken hat sich für immer wieder für die Erhöhung des Mindestlohns starkgemacht und für eine Vermögensabgabe für besserverdienende Menschen, etwa, um die finanziellen Lasten der Corona-Krise anders zu verteilen.
- Klimaschutz: Esken unterstützt ambitionierte Klimaziele. Sie will den ökologischen Umbau der Wirtschaft sozial gestalten und befürwortet ein generelles Tempolimit in Deutschland.
- Gleichberechtigung: Schutz und Chancen der Mädchen und Frauen weltweit liegen Esken am Herzen. Sie kämpft gegen die Benachteiligung von Frauen und für mehr Frauen in Führungspositionen.
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Saskia Esken: Erfolge und Kontroversen
Esken ist mit ihrer direkten Art innerhalb wie außerhalb der Partei nicht unumstritten. Aufgefallen ist die SPD-Chefin mit unverblümter Kritik an der deutschen Polizei, an der in Leipzig und generell. Sie unterstellte einer Minderheit der Beamten etwa „latenten Rassismus“, was ihr den Vorwurf einbrachte, sie stelle Beamte unter Generalverdacht. Teile der Partei gingen auf Distanz zu ihr.
Auch Aussagen zu Islamismus und politischem Islam brachten Esken Kritik ein. Aktuellstes Beispiel ist Eskens Einschätzung zum Messerangriff von Solingen, im August 2024. Zunächst hatte die SPD-Politikerin in einer Talkshow befunden, aus dem Anschlag lasse sich „nicht allzu viel lernen“, der Täter sei doch nicht polizeibekannt gewesen. Innenexperten der Partei waren schockiert, sprachen von „Phrasendrescherei“; andere forderten ein Talkshow-Verzicht für Esken. Sie kassierte ihre Aussage wenig später selbst als „nicht klug und richtig“ wieder ein.
Als SPD-Chefin arbeitete Esken aber auch mit an einem der größten Erfolge der Partei: die Wahl von Olaf Scholz zum Kanzler. Einst war sie gegen Scholz ins Rennen um den Parteivorsitz gezogen – für die Bundestagswahl 2021 schlug sie den Hanseaten als aussichtsreichsten Kandidaten aus den Reihen der Genossinnen und Genossen vor. Der zog ins Kanzleramt ein, auch weil die Partei unter der Führung von Esken und Walter-Borjans zu einer inneren Ruhe fand.






