Je länger der Abstand zur unverschämten Rede von JD Vance bei der Münchner Sicherheitskonferenz wird, desto mehr möchte man Donald Trumps Vize-Präsident das Manuskript nachträglich um die Ohren hauen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Während Vance die Europäer von oben herab schurigelte, sie mögen endlich auch Hetze und Hassrede als Ausdruck’ von Meinungsfreiheit akzeptieren und verfassungsfeindliche Parteien wie die AfD mit offenen Armen empfangen, werden daheim Politbüro-Methoden der Zensur wie zu alten Sowjet-Zeiten eingeführt.

Präsident Donald Trump hat den seit Jahrzehnten unabhängig von der Regierung den Medien-Zugang zum Präsidenten regelnden Verband der White House-Korrespondenten entmachtet. Künftig entscheiden seine Pressesprecher, welche Zeitung, welcher Sender und welches Internet-Portal dem Präsidenten bei wichtigen Terminen im In- und Ausland aus nächster Nähe auf die Finger schauen darf.

Karoline Leavitt, Trump Regierungssprecherin, will bestimmen, welche Journalisten dem Präsidenten nahekommen dürfen. Und welche nicht.
Karoline Leavitt, Trump Regierungssprecherin, will bestimmen, welche Journalisten dem Präsidenten nahekommen dürfen. Und welche nicht.© AFP | MANDEL NGAN

Unabhängige, kritische Berichterstattung hält Trump für ehrenrührig. Was für traurige Konsequenzen das haben wird, ist klar. Pseudo-Journalisten wie Brian Glenn vom rechtslastigen Netzwerk „Real America‘s Voice“, die keine Fragen stellen, sondern mit hohem Fremdschäm-Faktor Lob wiederkäuen und Trump um den Bart gehen, werden wohl künftig den Ton angeben.

Nach der Verbannung der weltweit größten Nachrichten-Agentur „AP“ aus dem Weißen Haus, die sich aus guten Gründen weigert, Trumps nationalistisches Lied vom „Golf von Amerika“ mitzusingen, ist das die nächste Hiobsbotschaft für die amerikanische Öffentlichkeit.

House Oversight Subcommittee For Delivering On Government Efficiency Holds Hearing On Waste
Brian Glenn (blaues Sakko) ist mit der republikanischen Skandal-Abgeordneten Marjorie Taylor-Greene liiert. Im Weißen Haus präsentiert sich der Pseudo-Journalist als Trump-Propagandist.© Getty Images via AFP | Al Drago

Kritik ist am Hofe von „King Donald” nicht mehr gelitten. Hofnarren bekommen dagegen freie Bahn. Bananen-Republik USA.