„Besondere Glückwünsche“ an Russlands Kampftruppen in der Ukraine: „Heute verteidigen sie entschlossen ihr Heimatland, ihre nationalen Interessen und die Zukunft Russlands, indem sie ihr Leben riskieren und Mut beweisen“, sagte Präsident Wladimir Putin am Sonntag, dem „Tag des Vaterlandsverteidigers“, ein hoher Feiertag in Russland. Und schob in Richtung Europa nach: „Wir werden die Kampffähigkeit von Heer und Marine weiter steigern und ihre Kampfbereitschaft als wichtigste Komponente zur Gewährleistung der Sicherheit Russlands, als Garantie seiner souveränen Gegenwart und Zukunft sowie seiner fortschreitenden Entwicklung fortführen.“

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Im Kreml stößt Putin mit Offizieren an. Es gibt Champagner. Kurz: Derzeit wähnt sich Russlands Präsident auf der Siegerstraße. Seine Truppen rücken an der Front weiter vor, die vor kurzem noch unzerstörbare transatlantische Partnerschaft zwischen den USA, Europa und der Ukraine ist zerbrochen. US-Präsident Donald Trump und Putin scheinen neuerdings allerbeste Freunde zu sein. Waffenstillstand, Frieden im Schnelldurchgang? Abwarten, meint Dmitri Medwedew, der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats. Trump dürfe nur anhand seiner tatsächlichen Taten beurteilt werden. „Mal sehen, wie sie sein werden.“

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Russischer Analyst: „Trump wird sich Putin widersetzen wollen“

Skeptisch ist auch Anton Barbaschin, politischer Analyst des Thinktanks „Riddle Russia“. Die USA bewegten sich in Richtung Russland, „bislang jedoch nur in Worten“. Und weiter: „Auch besteht die Möglichkeit, dass bei einem persönlichen Gespräch etwas schiefgeht. Trump wird sich Putin widersetzen wollen und damit zeigen, dass er nicht schwach ist. Dann könnte er zu den Drohungen zurückkehren, die wir schon im Wahlkampf gehört haben: die Ukraine mit mehr Waffen zu beliefern.“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Viele Russinnen und Russen verfolgen die Entwicklungen mit großem Interesse. Laut einer Umfrage der „Public Opinion Foundation“ nannten 20 Prozent der Befragten das Telefonat zwischen Putin und Trump „das interessanteste Ereignis der Woche“. 55 Prozent sagen, unter ihren „Verwandten, Freunden, Kollegen, Bekannten“ herrsche eine „ruhige Stimmung“. Die sich anbahnende Entspannung zwischen den USA und Russland nehmen die Menschen wahr. Auch symbolische Aktionen, wie der jüngste Gefangenenaustausch zwischen Russland und den USA, tragen dazu bei. Eine Fortsetzung des Austauschs kann nicht ausgeschlossen werden, so Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

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Ukraine-Krieg: Trump ist von Konfrontationskurs mit Selenskyj wieder leicht abgerückt

Doch wie geht es weiter? „Putin selbst hat wiederholt erklärt, dass er bei Bedarf zu Verhandlungen mit Selenskyj bereit sei“, so Peskow. Die „Legitimität Selenskyjs“ allerdings zweifle man an. Ins gleiche Horn stößt auch Donald Trump. Er titulierte Selenskyj als „Diktator ohne Wahlen“ und warf ihm vor, für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine mitverantwortlich zu sein. Der ukrainische Präsident bezeichnete Trump seinerseits als Opfer russischer Desinformation. Trump rückte inzwischen von seinem Konfrontationskurs wieder etwas ab. Bei dem Treffen mit Journalisten im Oval Office sagte er über die Ukraine: „Sie sind sehr mutig, in jeder Hinsicht, die man sich vorstellen kann.“

Ukraine-Krieg -  Tag des Verteidigers des Vaterlandes in Russland
Der russische Präsident Wladimir Putin und der russische Verteidigungsminister Andrej Beloussow nehmen an einer Kranzniederlegung am Grabmal des Unbekannten Soldaten teil. Anlass ist der "Tag des Verteidigers des Vaterlandes" am Sonntag.© DPA Images | Alexander Zemlianichenko

Ein schneller Waffenstillstand wäre denkbar. Schnelle Friedensverhandlungen hingegen nicht, meint die russische Politologin Tatjana Stanowaja. „Die Verhandlungen stehen erst am Anfang. Sie werden sehr schwierig sein, die Positionen der Parteien sind sehr unterschiedlich und ich würde sagen, im Moment scheinen sie unvereinbar.“ Ein „gerechter Frieden“ ist Donald Trump egal. Für ihn geht es um einen Deal, der für die USA von Vorteil ist. „Ich will“, so sagte er in Richtung der Ukraine, „dass sie uns etwas geben für all das Geld, das wir aufgebracht haben. Wir wollen Seltene Erden und Öl, alles, was wir kriegen können“, so Trump. „Ich verhandle mit Präsident Selenskyj. Ich verhandle mit Präsident Putin. Ich versuche das Geld zurückzubekommen oder zu sichern.“

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Ukraine-Krieg: Putin bleibt bei seinem „Friedensplan“

Wladimir Putins Friedensplan ist dagegen von Anfang an unverändert. Die Kontrolle über die besetzten Gebiete, keinen NATO-Beitritt der Ukraine, das hat Trump ihm bereits zugestanden. „Sobald sie in Kiew erklären, dass sie zu einer solchen Entscheidung bereit sind und mit einem tatsächlichen Truppenabzug aus diesen Regionen beginnen, sowie auch offiziell den Verzicht auf ihre Pläne für einen Nato-Beitritt verkünden, wird von unserer Seite sofort, buchstäblich in derselben Minute, ein Befehl zur Feuereinstellung und zur Aufnahme von Verhandlungen folgen“, hatte Putin bereits früher verkündet. Doch Russlands Präsident will mehr, eine faktische Demilitarisierung des Nachbarlandes. Nur 85.000 Mann solle die ukrainische Armee umfassen, so Russlands Position bei den gescheiterten Verhandlungen kurz nach Kriegsbeginn in Istanbul.

Wolodymyr Selenskyj hingegen fordert von den USA Waffen und Sicherheitsgarantien im Gegenzug für ein Abkommen, das Washington bevorzugten Zugang zu den ukrainischen Bodenschätzen gewährt. Selenskyj hofft bei den Verhandlungen auf ein „faires Ergebnis“. Inzwischen sind laut Kreml die Vorbereitungen für ein persönliches Trump und Putin bereits im Gange. Der stellvertretende russische Außenminister, Sergej Rjabkow, erklärte laut russischen Staatsmedien, bei dem Treffen könne es nicht nur um den Ukraine-Krieg gehen. Doch irgendwann könnte die Ukraine auch mit am Tisch sitzen. „Niemand schließt die Ukraine von diesem Prozess aus“, so Putin.