Seit mehr als viereinhalb Jahren greift Russland die Ukraine an. Die ersten schnellen Landgewinne haben sich schnell in einen zähen Positionskrieg verwandelt. Doch anstatt die russischen Soldaten mit der bestmöglichen und modernsten Technik zu unterstützen, sollen an der Front vor allem ältere Panzermodelle herumfahren. Die neueren sollen auf Wunsch der Führung in Moskau eingelagert werden. Das hat einen bestimmten Hintergrund.

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Ukraine-Krieg: Russland verlegt neue Panzer ins Landesinnere statt an die Front

Das unabhängige russische Online-Portal „Istories“ berichtet nun, dass fabrikneue T-90M-Kampfpanzer, BTR-82A-Mannschaftstransporter und BMP-3-Schützenpanzer in das Gebiet Kostroma (über 340 Kilometer östlich von Moskau) gebracht wurden. Auch generalüberholte Panzer sollen ins Landesinnere gebracht worden sein. Das Portal beruft sich dabei auf die Auswertung von Satellitenbildern.

Hinter dieser Materialverlegung scheint ein Kurswechsel der russischen Armee zu stecken. Frisch produzierte Panzer sollen seit Kurzem nicht mehr in so großer Zahl im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt werden. Denn bei den aktuellen Kämpfen an der Front sind sie weniger effektiv. Russische Einheiten formieren sich stattdessen eher in kleineren Infanteriegruppen und hoffen, hinter die Linien der Ukrainer zu kommen.

Unsere beeindruckendsten Fotos aus der Ukraine

Um den Einsatz der Panzerhaubitze 2000 gab es in Deutschland eine lange Debatte, bevor sie geliefert wurde. Unser Reporterteam war bei ihrem Einsatz im Januar 2023 an der Front in der Ostukraine nahe Bachmut.
Um den Einsatz der Panzerhaubitze 2000 gab es in Deutschland eine lange Debatte, bevor sie geliefert wurde. Unser Reporterteam war bei ihrem Einsatz im Januar 2023 an der Front in der Ostukraine nahe Bachmut. © FUNKE Foto Services | Reto Klar
Kinder im Krieg: Ukrainische Jungen stellen wenige Monate nach Kriegsausbruch einen „Checkpoint" auf der Straße von Charkiw Richtung Kramatorsk nach. Checkpoints gehören zu ihrem Alltag. Ukrainische Soldaten haben sie im gesamten Land aufgebaut, um das Land vor den russischen Aggressoren zu sichern.
Kinder im Krieg: Ukrainische Jungen stellen wenige Monate nach Kriegsausbruch einen „Checkpoint" auf der Straße von Charkiw Richtung Kramatorsk nach. Checkpoints gehören zu ihrem Alltag. Ukrainische Soldaten haben sie im gesamten Land aufgebaut, um das Land vor den russischen Aggressoren zu sichern. © Funke Foto Service | Reto Klar
Überleben im Schützengraben: Frontbesuch bei einer ukrainischen Einheit nahe Charkiw nur etwa 1000 Meter von der Grenze zu Russland entfernt am 8. September 2023. Der Soldat auf dem Foto ist Ruslan Pihota. In seinem früheren Leben war er Zeichner und Karikaturist.
Überleben im Schützengraben: Frontbesuch bei einer ukrainischen Einheit nahe Charkiw nur etwa 1000 Meter von der Grenze zu Russland entfernt am 8. September 2023. Der Soldat auf dem Foto ist Ruslan Pihota. In seinem früheren Leben war er Zeichner und Karikaturist.© FUNKE Foto Services | Reto Klar
Die Massengräber von Isjum wurden im September 2022 entdeckt, nachdem die Stadt von den ukrainischen Streitkräften während der russischen Invasion in der Ukraine zurückerobert worden war. Darunter war ein Fundort mit mindestens 440 Leichen – Männer, Frauen, Kinder, manche von russischen Streitkräften getötet. Einige Leichen wiesen Folterspuren auf.
Die Massengräber von Isjum wurden im September 2022 entdeckt, nachdem die Stadt von den ukrainischen Streitkräften während der russischen Invasion in der Ukraine zurückerobert worden war. Darunter war ein Fundort mit mindestens 440 Leichen – Männer, Frauen, Kinder, manche von russischen Streitkräften getötet. Einige Leichen wiesen Folterspuren auf.© FUNKE Foto Services | Reto Klar
Rehabilitationszentrum für verwundete Soldaten in Dnipro im Osten der Ukraine. Hier werden Menschen wie Levhen behandelt. Er verlor als Soldat beide Beine. An seiner Seite ist seine Frau Anzhela.
Rehabilitationszentrum für verwundete Soldaten in Dnipro im Osten der Ukraine. Hier werden Menschen wie Levhen behandelt. Er verlor als Soldat beide Beine. An seiner Seite ist seine Frau Anzhela. © FUNKE Foto Services | Reto Klar
Die Drohnenjäger von Sumy
Eine mobile Drohnenjäger-Einheit der 117. Brigade der ukrainischen Armee in der Region Sumy Ende November 2024. Die Ukraine wird jede Nacht von Dutzenden russischen Drohnen attackiert. © FUNKE Foto Services | André Hirtz
Russische Kriegsgefangene
Treffen mit russischen Kriegsgefangenen im Juli 2024 in der Region Donezk, Ukraine. Se berichten, dass sie nach nur wenigen Tagen Training an die Front geschickt werden. © FUNKE Foto Services | André Hirtz
38 Jahre Tschernobyl-Gau
Leben mit dem Atomkraftwerk. Jan Jessen spricht im April 2024 mit Valentina Kukharwanko, 85, die nach einem Monat nach der Atom-Katastrophe Tschernobyl im Jahr 1986 als eine der wenigen in ihre Heimat zurückgekehrt ist. Im Februar 2025 trifft ein russisches Geschoss die Schutzhülle des Unglücksreaktors.© FUNKE Foto Services | André Hirtz
Leopard-2-A6
Auch um die Lieferung von Leopard-2-Panzer wurde in Deutschland lange gerungen. Jetzt sind sie in der Ukraine schon lange im Einsatz, wie hier in der Oblast Donezk im Osten des Landes. Die Panzer-Teams klagen aber im Sommer 2024 über einen enormen Mangel an Ersatzteilen. © FUNKE Foto Services | André Hirtz
Schule unter der Erde: In einem ehemaligen U-Bahn-Wartesaal werden die Kinder hier in Charkiw im September 2023 unterrichtet, um geschützt vor russischen Bomben zu sein - während am Gleis die Bahn einfährt.
Schule unter der Erde: In einem ehemaligen U-Bahn-Wartesaal werden die Kinder hier in Charkiw im September 2023 unterrichtet, um geschützt vor russischen Bomben zu sein - während am Gleis die Bahn einfährt. © FUNKE Foto Services | Reto Klar
Ukrainische Soldaten im Einsatz an der Saporischschja-Front im September 2023. Das Foto zeigt von links die Soldaten  Roman (Scharfschütze), Oleh (Master Gunner) und Vitaly (Mechaniker und Fahrer) vor einem Bradley Kampffahrzeug nahe der Stadt Orkhiv. Oleh besuchten wir öfter. Er hat den Krieg nicht überlebt.
Ukrainische Soldaten im Einsatz an der Saporischschja-Front im September 2023. Das Foto zeigt von links die Soldaten Roman (Scharfschütze), Oleh (Master Gunner) und Vitaly (Mechaniker und Fahrer) vor einem Bradley Kampffahrzeug nahe der Stadt Orkhiv. Oleh besuchten wir öfter. Er hat den Krieg nicht überlebt.© FUNKE Foto Services | Reto Klar
In dem Krieg sind Zehntausende Menschen gestorben. Iryna Kylevets (36) und ihr Bruder Mykola Kylichenko (33) trauern um ihre Brüder Evhen und Dmytro aus Dovzhyk nahe Tschernihiw. Die beiden wurden im Frühjahr 2022 von russischen Soldaten ermordet.
In dem Krieg sind Zehntausende Menschen gestorben. Iryna Kylevets (36) und ihr Bruder Mykola Kylichenko (33) trauern um ihre Brüder Evhen und Dmytro aus Dovzhyk nahe Tschernihiw. Die beiden wurden im Frühjahr 2022 von russischen Soldaten ermordet. © FUNKE Foto Services | Reto Klar
Ein Land in Trauer: Seit Beginn des Krieges wird der Platz auf den Friedhöfen rar. Die Gräber der Gefallen werden mit Blumen und Fahnen geschmückt. Manche Grabstätte ist ein einiges Fahnenmeer – wie hier in Charkiw.
Ein Land in Trauer: Seit Beginn des Krieges wird der Platz auf den Friedhöfen rar. Die Gräber der Gefallen werden mit Blumen und Fahnen geschmückt. Manche Grabstätte ist ein einiges Fahnenmeer – wie hier in Charkiw. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

Zudem hat die ukrainische Armee den Panzervorstößen mit der schnellen Weiterentwicklung ihrer Drohnentechnologie den Stecker gezogen. Selbst gut geschützte Systeme sind den fliegenden Gefahren aus der Luft oftmals ausgeliefert. Um hohe finanzielle und letztlich auch militärische Verluste zu vermeiden, sollen die modernen Kampfpanzer also lieber in Lagern auf ihren Einsatz warten, heißt es in dem „Istories“-Bericht.

T-72-Panzer wechselt Seite und wird gegen Russland eingesetzt

Wie gefährlich so ein Panzerverlust sein kann, zeigte kürzlich ein Video der ukrainischen Armee, das im Netz kursierte. Demnach soll eine Fronteinheit einen sowjetischen T‑72-Panzer erobert haben. Dieser solle nun repariert und künftig gegen Russland eingesetzt werden. Kein Wunder, dass es der Kreml mutmaßlich vermeiden will, dass solche unfreiwilligen Seitenwechsel auch mit neuerer Technik geschehen.

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Doch die aufgedeckten Waffenbewegungen sollten nicht unbedingt Anlass zum Aufatmen geben. Denn bestimmte Systeme sollen auch in die Nähe möglicher Kampfzonen gebracht worden sein. So befinden sich dem Vernehmen nach Haubitzen der Typen 2S43 Malwa und 2S44 Giatsint-K auf einem Armeedepot in Petrosawodsk in Karelien. Der Stützpunkt liegt etwa 185 Kilometer von der finnischen Grenze entfernt.