Die kambodschanischen und thailändischen Streitkräfte haben sich erneut Gefechte geliefert. Dem kambodschanischen Regierungssprecher Phay Siphan zufolge flammten die Auseinandersetzungen nach einer Feuerpause um Mitternacht in den frühen Morgenstunden auf. Es war bereits der vierte Tag in Folge, dass sich die Streitkräfte heftige Gefechte an der umstrittenen Grenze zwischen Kambodscha und Thailand lieferten. Einem Reporter der Nachrichtenagentur AP zufolge war Maschinengewehrfeuer und Artillerie zu hören.
In den vergangenen Tagen hatten sich die Spannungen zwischen Kambodscha und Thailand verschärft, nachdem bei Demonstrationen in Bangkok die thailändische Regierung aufgefordert worden war, Kambodschaner aus der Region um den hinduistischen Tempel Preah Vihear zu vertreiben. Der Internationale Gerichtshof hatte die Region um den Tempel 1962 zur Verärgerung vieler Thailänder Kambodscha zugesprochen. Der Tempel gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und ist nach kambodschanischen Behördenangaben am Sonntag zusammengefallen. Thailändisches Artilleriefeuer sei dafür verantwortlich.
Der Jahrhunderte alte Tempel hatte bereits bei den Kämpfen am Samstag leichte Schäden davon getragen. Er befindet sich auf einer 525 Meter hohen Klippe im Dangrek-Gebirge, rund 245 Kilometer nördlich der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh.
Der thailändische Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva rief am Sonntag zu einer friedlichen Lösung des Grenzkonflikts auf. „Thailand dachte nie daran, (irgendwo) einzumarschieren, aber wenn unsere Souveränität verletzt wird, müssen wir sie letztendlich beschützen“, sagte er.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich tief besorgt über die jüngste Eskalation im Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha gezeigt. Wie ein Sprecher des Generalsekretärs in New York mitteilte, appellierte Ban an beide Seiten, größte Zurückhaltung zu üben und eine Vereinbarung zur Einstellung aller Feindseligkeiten zu treffen. Außerdem müssten die Bemühungen zur dauerhaften Beilegung des Konflikts im Dialog und Geiste guter Nachbarschaft fortgesetzt werden.
dpa/cc




