+++ 5:13 Uhr +++
In der nordlibyschen Stadt Misrata haben Anhänger von Machthaber Muammar al-Gaddafi nach Angaben von Augenzeugen auf Passanten geschossen und dabei mindestens zwei Menschen getötet. Bewaffnete Gefolgsleute von Gaddafi hätten in der Stadt rund 150 Kilometer östlich von Tripolis aus ihrem Fahrzeug auf Passanten geschossen, sagte ein Zeuge in einem Telefonat der Nachrichtenagentur AFP.
+++ 3:44 Uhr +++
Libyen hat den zur Opposition übergetretenen Botschafter in den USA offiziell von seinem Posten entbunden. In Washington sei eine Erklärung aus Tripolis eingegangen, wonach Ali Audschali die Anerkennung als Botschafter entzogen worden sei, sagte Außenamtssprecher Philip Crowley vor Journalisten. Für die USA sei die Zusammenarbeit mit der Botschaft und den dortigen Beschäftigten aber weiter wichtig, da über diese diplomatischen Beziehungen womöglich ein weiteres Blutvergießen verhindert werden könne.
+++ 0:16 Uhr +++
Die USA verlegen Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge näher an Libyen heran und erhöhen damit den Druck auf Gaddafi. Das US-Verteidigungsministerium gab keine Einzelheiten über die Verlegung der Marine-Einheiten bekannt. Welche US-Schiffe im Mittelmeer-Raum zur Verfügung stehen, war zunächst unklar. In der Golf-Region und dem Arabischen Meer südöstlich von Libyen hat die Fünfte Flotte zwei Flugzeugträger im Einsatz. Außenministerium Hillary Clinton sagte in Genf, ein Militärschlag unter Beteiligung von US-Kriegsschiffen stehe aber nicht bevor. Experten halten eine Invasion oder Luftangriffe der USA wegen der undurchsichtigen Lage in Libyen für unwahrscheinlich.
+++ 21.57 Uhr +++
Die USA nehmen Gespräche mit Nato-Partnerstaaten auf. Dabei diskutieren sie mögliche militärische Optionen gegen das Gaddafi-Regime . Dies teilt Susan Rice, US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, mit. Weiter sagt sie, die verhängten UN-Sanktionen sollten das Regime zum Nachdenken über ihre Taten bringen. Die USA haben bislang 30 Milliarden Dollar (21 Milliarden Euro) an libyschem Regierungsvermögen eingefroren, so Rice.
+++ 21.29 Uhr +++
Gaddafi erhebt schwere Vorwürfe gegen den Westen : Dieser lasse Libyen im Kampf gegen "Terroristen" alleine, sagte der Machthaber dem US-Fernsehsender ABC. "Ich bin überrascht, dass wir eine Allianz mit dem Westen haben, um al-Qaida zu bekämpfen, und jetzt, da wir Terroristen bekämpfen, lassen sie uns alleine ." Er verdächtigt die westlichen Staaten, Libyen "besetzen" zu wollen". US-Präsident Barack Obama sei ein "guter Mann", aber schlecht über die Situation in Libyen informiert . Er bestritt erneut Bombardements gegen Zivilisten. Flugzeuge hätten lediglich Militär-Stützpunkte und Munitionslager bombardiert, sagt der Diktator. Die Vereinten Nationen sollten eine "Fakten-Findungstour" nach Libyen unternehmen. Über die Frage nach einem Rücktritt , wie er von den USA gefordert wird, lacht Gaddafi .
+++ 18.01 Uhr +++
Rund 50 weitere Deutsche haben Libyen verlassen . Die Bundesbürger seien bei ihrer Ausreise unterstützt worden, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. Nach jetzigem Kenntnisstand befinden sich demnach noch 36 Deutsche in der libyschen Hauptstadt Tripolis und 15 weitere in anderen Landesteilen.
+++ 18.00 Uhr +++
Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich gegen eine umfassende Aufnahme von Flüchtlingen aus Nordafrika ausgesprochen. Deutschland könne und wolle nicht jeden Menschen einreisen lassen, sagte Westerwelle am Rande einer Sitzung des UN-Menschenrechtsrates in Genf. Dagegen forderten kirchliche Hilfswerke, Hilfesuchenden aus Libyen und anderen arabischen Unruhestaaten in Europa Zuflucht zu gewähren.
+++ 17.47 Uhr +++
Die USA haben wegen der Libyen-Krise mit der Umgruppierung ihrer Luft- und Seestreitkräfte vor dem nordafrikanischen Land begonnen. Das teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit. Damit wollten sich die USA Optionen offenhalten und flexibel reagieren können.
+++ 17.09 Uhr +++
Der britische Premierminister David Cameron hat Planungen für eine Flugverbotszone über Libyen bestätigt. Cameron sagte, es liefen bereits Beratungen mit den Verbündeten dazu.
+++ 16.19 Uhr +++
In der Hafenstadt Misrata, rund 200 Kilometer östlich des Regierungssitzes, haben Rebellen nach Angaben eines Zeugen ein Kampfflugzeug abgeschossen .
+++ 16.06 Uhr +++
Die Luftwaffe Gaddafis hat Augenzeugen zufolge Luftangriffe im Osten des Landes gefolgen. Dabei seien Munitionsdepots bombardiert worden, teilten übereinstimmende Quellen in der Stadt Bengasi mit.
+++ 16.02 Uhr +++
Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hat Vorermittlungen zu möglichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch Gaddafi aufgenommen. Innerhalb weniger Tage werde sich zeigen, ob ein offizielles Ermittlungsverfahren eingeleitet werde, teilte Chefankläger Luis Moreno Ocampo mit. Ein Ermittlerteam habe bereits Kontakt zu libyschen Beamten und Armeeoffizieren aufgenommen.
+++ 15.42 Uhr +++
Gaddafi hat nach EU-Angaben offenbar die Kontrolle über die meisten Öl- und Gasfelder des Landes verloren . Es gebe Grund zur Annahme, dass die Mehrzahl der Felder jetzt in der Hand von „provisorischen regionalen Führungsgremien“ und anderen Akteuren sei, sagte Energiekommissar Günther Oettinger. Eine Blockade von Öl- und Gasexporten als Sanktion gegen das Regime könnte deshalb „auf eine Bestrafung der falschen Leute“ hinauslaufen, fügte Oettinger am Rande eines Treffens der Energieminister hinzu.
+++ 15.12 Uhr +++
Gaddafi muss künftig ohne seine persönliche ukrainische Krankenschwester auskommen. Galina Kolotnizkaja, der US-Diplomaten eine „romantische Beziehung“ zu Gaddafi nachsagen, floh wegen der Unruhen aus dem nordafrikanischen Land. Die 38-Jährige sei gemeinsam mit 190 anderen Ausländern mit einem Flugzeug in der Hauptstadt Kiew gelandet, berichteten ukrainische Zeitungen. Nun verstecke sich die Frau bei Mutter und Tochter in ihrem Heimatort Browary bei Kiew.
+++ 14.25 Uhr +++
Die EU verhängt Sanktionen gegen Libyen . Die Energieminister beschließen in einem Eilverfahren, die Konten von Staatschef Gaddafi und seiner Getreuen zu sperren, ein Einreiseverbot sowie ein Waffenembargo zu verhängen. Dies gibt der ungarische Energieminister und EU-Ratspräsident Tamás Fellegi bekannt.
+++ 14.04 Uhr +++
Eine Gruppe libyscher Oppositioneller ist in die Botschaft ihres Landes in Berlin eingedrungen . Sie warfen offenbar Bilder von Staatschef Gaddafi aus dem Gebäude, wovon beschädigte Bilderrahmen zeugten. Die von der diplomatischen Vertretung alarmierte Polizei führte sechs Personen ab. Ihnen wird nach Angaben eines Polizeisprechers Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung vorgeworfen. „Gaddafi raus“ und „Keine Angst, wir töten Gaddafi“, riefen die Libyer auf Englisch, als sie zu den Polizeiautos gebracht wurden.
+++ 13.49 Uhr +++
Die Europäische Union bemüht sich um Kontakt mit der libyschen Opposition. „Wir versuchen, Kontakte herzustellen“, sagt die Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in Brüssel. Dies zeige „eine gewisse Bereitschaft “ der Europäischen Union, mit den Gegnern von Gaddafi zusammenzuarbeiten.
+++ 13.28 Uhr +++
Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag wird voraussichtlich innerhalb der kommenden Tage über die Einleitung einer formellen Untersuchung der blutigen Niederschlagung der Proteste in Libyen entscheiden. Chefankläger Luis Moreno-Ocampo sagt, ein Team sei damit beschäftigt, diesbezüglich Informationen zusammenzustellen.
+++ 13.26 Uhr +++
Bundesaußenminister Guido Westerwelle will die Finanzbeziehungen zu Libyen für 60 Tage aussetzen . Westerwelle äußerte sich dazu vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf.
+++ 13.16 Uhr +++
Die EU will voraussichtlich noch heute Sanktionen gegen die libysche Führung beschließen. Dazu gehörten Einreiseverbote, ein Einfrieren der Vermögenswerte in der EU und ein Waffenexportverbot, sagte EU-Kommissionssprecherin Maja Kocijancic in Brüssel. Daneben werde geprüft, ob zusätzlich auch ein Exportverbot für Ausrüstungsgegenstände verhängt werden könne, die zur Unterdrückung der Bevölkerung verwendet werden können. Die Sanktionen sollten in Kraft treten, sobald sie im EU-Amtsblatt veröffentlicht worden seien.
+++ 12.50 Uhr +++
Nach Angaben der EU-Kommission sitzen noch 650 Europäer in Libyen fest, die sich um die Rückkehr in ihre Heimat bemühen. Diese Zahl nannte die für internationale Zusammenarbeit zuständige Kommissarin Kristalina Georgieva. Die meisten der verbliebenden EU-Bürger hielten sich in schwer zugänglichen Krisengebieten auf, so dass ihre Evakuierung schwierig sei. Ein Einsatz der Nato, um Menschen aus Libyen in Sicherheit zu bringen, sei derzeit aber nicht erforderlich, sagte Georgieva.
+++ 12.34 Uhr +++
Die Bundesregierung bemüht sich, die noch verbliebenen 86 Bundesbürger aus Libyen herauszuholen. Es seien noch 38 Deutsche in der Hauptstadt Tripolis und weitere 48 im Landesinneren, sagte Außenamtssprecher Andreas Peschke. Botschaft und Krisenstab prüften mit Hochdruck, wie man ihnen beim Verlassen des Landes helfen könne. „Da werden alle Möglichkeiten in Erwägung gezogen, der Landweg, der Luftweg und der Seeweg.“
Am Samstag hatte die Bundeswehr mit zwei Transall-Maschinen Dutzende Menschen aus einem Wüstencamp ausgeflogen . Nach Angaben des Auswärtigen Amtes brachten sie 132 Ausländer in Sicherheit, darunter Dutzende Deutsche und EU-Bürger. Regierungssprecher Steffen Seibert dankte ausdrücklich den britischen Partnern für die Zusammenarbeit bei Evakuierungsaktionen am Wochenende.
+++ 12.23 Uhr +++
Der von Aufständischen kontrollierte Osten Libyens könnte in kurzer Zeit unter Nahrungsmittelengpässen leiden. Innerhalb von drei Wochen könnten Lebensmittel und Medikamente ernsthaft knapp werden, sagte der libysche Helfer Chalifa el-Faituri unter Berufung auf Informationen von Ärzten und Krankenschwestern. „Wir benötigen Hilfe von außen.“
+++ 11.58 Uhr +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Gaddafi zum sofortigen Rückzug aufgefordert. Die einstimmige Resolution des Weltsicherheitsrats sei ein Signal an Gaddafi „und andere Despoten“, dass schwere Menschenrechtsverletzungen nicht ungesühnt blieben, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Gaddafi solle die Zeichen der Zeit erkennen und der eigenen Bevölkerung mit einem sofortigen Rückzug den Weg in die freie und friedliche Zukunft eröffnen. „Die Gewalt gegen das eigene Volke muss ein Ende haben.“ Der Weltsicherheitsrat hat ein Waffenembargo und Reiseverbote verhängt, Konten sollen eingefroren werden. Seibert sagte, die Kanzlerin sei sehr zufrieden mit der Resolution.
+++ 11.53 Uhr +++
Die im Süden Libyens lebende ethnische Gruppe der Tuareg verlangt ein Ende ihrer Diskriminierung und mehr Mitsprache bei der Öl- und Erdgasförderung auf ihrem Land. „Seit Beginn vergangener Woche fordern Tuareg in mehreren Demonstrationen in den Städten Ubari und Ghat den Rücktritt Gaddafis“, sagte der Afrika-Referent der Gesellschaft für bedrohte Völker, Ulrich Delius. Rund ein Drittel der Erdöl- und Erdgasproduktion Libyens stamme aus den Tuareg-Regionen. Der Rohstoff werde ohne Rücksicht auf die Tuareg in Sichtweite ihrer Siedlungen gefördert Die Ureinwohner beklagten, dass sie zwar unter den ökologischen Folgen der Ölproduktion litten, jedoch nicht an den Profiten beteiligt würden, obwohl die Rohstoffe unter ihrem Land lägen. „Statt den Dialog zu suchen, schickt Gaddafi Geheimdienstmitarbeiter, die die Ureinwohner einschüchterten und bedrohten“, sagte Delius.
+++ 11.22 Uhr +++
Libysche Rebellen haben ein Kampflugzeug der Luftwaffe abgeschossen und die Besatzung gefangengenommen, wie ein Augenzeuge berichtete. Das Flugzeug habe eine Rundfunkstation bei Misrata beschossen.
+++ 11.01 Uhr +++
In den Vereinten Nationen wird über eine Flugverbotszone über Libyen diskutiert, um das Blutvergießen zu stoppen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) kündigte im Südwestrundfunk an, dass er im Laufe des Tages mit den Partnern in Genf die Chancen einer solche Flugverbotszone ausloten werde.
AFP/dapd/dpa/EPD/Reuters/sam

