+++ Live-Ticker Libyen +++

Ex-Justizminister formt angeblich Übergangsregierung

Der frühere Justizminister sagt, Libyen bleibe vereint. Er verurteilt Gaddafi und kündigt eine Übergangsregierung mit Sitz in Bengasi an.

+++ 21:53 Uhr +++

Angestellte der libyschen Öl-Firma Arabian Gulf Oil Company (Agoco) kämpfen gegen Diktator Muammar al-Gaddafi , berichtet die Online-Ausgabe der Zeitung "Quryna". Die Öl-Förderung gehe aber weiter. Laut der Agoco-Webseite sind bislang drei Mitarbeiter bei den Unruhen getötet worden.

+++ 21:26 Uhr +++

Nach einer gewagten Landung in der libyschen Wüste kommen britische Militärflugzeuge mit Zivilisten an Bord sicher im EU-Land Malta an. Zwei britische Militärtransportmaschinen seien in den libyschen Luftraum eingedrungen, in der Wüste nahe der Stadt Bengasi gelandet und hätten etwa 150 Angehörige verschiedener Nationen ausgeflogen , sagte der britische Verteidigungsminister Liam Fox. Die britische Fregatte „HMS Cumberland“ sei auf dem Weg zurück nach Bengasi, um dort verbliebene „berechtigte“ Personen aufzunehmen.

+++ 21:19 Uhr +++

Die USA und Deutschland demonstrieren bei ihrer Haltung gegenüber dem libyschen Machthaber Muammar Gaddafi Einigkeit . Bei einem Telefonat von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit US-Präsident Barack Obama seien sich beide einig gewesen, dass Gaddafi jegliche Legitimität verloren habe, sagt der stellvertretende Sprecher der Bundesregierung, Christoph Steegmans. Die gegen die eigene Bevölkerung gerichteten Aktionen müssten aufhören. Merkel und Obama hofften auf eine rasche Verabschiedung von Sanktionen durch den UN-Sicherheitsrat. Dort sorgt die Frage für Streit, ob sich der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag mit dem Vorgehen der libyschen Staatsführung gegen die Bevölkerung befassen solle.

+++ 20:58 Uhr +++

Libyens Ex-Justizminister Mustafa Mohamed Abud Ajleil sagt dem Online-Portal der Zeitung "Quryna", er leite in Bengasi die Formierung einer Übergangsregierung , mit Sitz in der ostlibyschen Stadt. Langfristig werde Libyen vereint bleiben und Tripolis Hauptstadt sein. Diktator Gaddafi trage die alleinige Verantwortung für die blutigen Unruhen im Land. Er vergebe Gaddafis Clan aber, so der Ex-Justizminister.

+++ 20.49 Uhr +++

Frankreich bricht seine Beziehungen zur Regierung des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi ab . Das teilte das Außenministerium in Paris in einer Erklärung mit. Das Botschaftspersonal in Tripolis sei evakuiert worden.

+++ 20:39 Uhr +++

Die Bundeswehr bringt mit zwei „Transall“-Transportmaschinen 133 Menschen von Libyen nach Kreta, darunter Dutzende Deutsche . „Ich bin sehr erleichtert, dass diese Evakuierungsaktion geglückt ist“, sagt Außenminister Guido Westerwelle. Nach Schätzungen seines Ministeriums befinden sich noch etwa 100 Deutsche in Libyen, die Hälfte davon im Landesinnern. Der Krisenstab bemühe sich weiterhin mit Hochdruck, den Menschen die Ausreise zu ermöglichen.

+++ 19:35 Uhr +++

Großbritannien gibt bekannt, seine Botschaft in Libyen zeitweise zu schließen . Alle Mitarbeiter würden abgezogen.

+++ 19:10 Uhr +++

Saif al-Islam , Sohn des libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi, sagt in einem Interview mit dem Fernsehsender al-Arabiya, die Unruhen im Land hätten "allen Optionen" die Tür geöffnet – inklusive Bürgerkrieg . "Die Vorboten des Bürgerkriegs und ausländischer Eingriffe sind schon da", so al-Islam. Ost-Libyen dürfe nicht vom Rest des Landes wegbrechen . Das libysche Volk habe keine Zukunft , wenn der Konflikt nicht beigelegt werde. Die Regimegegner beschimpft er: „Das sind Terroristen. Sie wollen keine Verfassung, sie wollen keine Menschenrechte, sie wollen keine Freiheit." Nach Darstellung des 38-Jährigen haben Ausländer die „traurigen Ereignisse" zu verantworten. „Das wird alles bald aufhören" , verspricht al-Islam.

+++ 18:19 Uhr +++

Dutzende Menschen werden in West-Libyen schwer verletzt, nachdem Anhänger des Gaddafi-Regimes das Feuer auf sie eröffnet haben. Das Bataillon "al-Kuhweildi al-Humaidi" ist für den Angriff in der Region zwischen den Städten Sabratha und Surman verantwortlich, berichtet die Webseite "Quryna".

+++ 17:11 Uhr +++

Frankreich hat die Überwachung aller Konten des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi und seines engsten Führungszirkels veranlasst. Alle Finanzakteure seien aufgefordert, jede verdächtige Kontobewegung sofort zu melden, erklärte die für den Kampf gegen Geldwäsche zuständige Abteilung des Pariser Finanzministeriums.

+++ 15:25 Uhr +++

Sicherheitskräfte von Gaddafi wollen Fotobeweise für das gewaltsame Vorgehen gegen Demonstranten vernichten . Demnach müssen tausende Ausreisewillige an der Grenze zu Tunesien ihre Mobiltelefone sowie die Speicherkarten von Fotoapparaten abgeben, sagte ein Augenzeuge. Die Grenze werde durch libysche Sicherheitskräfte sowie „afrikanische Söldner“ gesichert.

+++ 14:58 Uhr +++

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat sich gegen mögliche UN-Sanktionen gegen Libyen ausgesprochen. Unter Strafmaßnahmen hätte vor allem die Bevölkerung zu leiden, nicht das Regime Gaddafis , sagte Erdogan wenige Stunden vor einer Sitzung des Weltsicherheitsrats wegen der Gewalt in Libyen. Der internationalen Gemeinschaft warf er vor, aus Sorge um die Ölreserven des nordafrikanischen Landes zu handeln, nicht wegen des Leids der Menschen.

+++ 14:40 Uhr +++

In Libyen befinden sich nach Schätzungen des Auswärtigen Amtes noch bis zu 150 Deutsche . Davon seien rund 100 im Lande verteilt, teilte das Auswärtige Amt mit. Die Botschaft und der Krisenstab halten demnach zu vielen Kontakt.

+++ 14:34 Uhr +++

Katholische Bischöfe, Priester und Ordensleute wollen Libyen trotz der aktuellen Krise nicht verlassen. Wie die Vatikan-Botschaft in Tripolis am Samstag mitteilte, bleiben die 16 Gemeinschaften von Ordensfrauen sowie die beiden Bischöfe und 15 Priester im Land. Insbesondere die Ordensschwestern verstärkten angesichts der vielen Verletzten ihre Arbeit, heißt es in der vom vatikanischen Missionspressedienst Fides verbreiteten Botschafts-Note.

Die Priester und Ordensleute hätten den Wunsch geäußert, bei den leidenden Menschen zu bleiben, so die Nuntiatur in der libyschen Hauptstadt. Dadurch wollten sie den rund 100.000 Katholiken i m Land sowie der Bevölkerung insgesamt Mut machen.

+++ 13:03 Uhr +++

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat sich angesichts der dramatischen Entwicklung in Libyen offenbar von seinem langjährigen Verbündeten Gaddafi abgewandt. „Es sieht so aus, als ob Gaddafi die Situation in Libyen nicht mehr unter Kontrolle hat“, sagte Berlusconi am Samstag auf einer Parteiveranstaltung in Rom. „Wenn wir uns alle einig sind, können wir dieses Blutbad beenden und das libysche Volk unterstützen.“

+++ 12:29 Uhr +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premierminister David Camero n haben eine enge Zusammenarbeit bei der Evakuierung ihrer letzten Landsleute aus Libyen vereinbart. Sie waren sich einig darin, dass der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen möglichst rasch scharfe Sanktionen gegen das Regime in Tripolis verabschieden sollte, wie der stellvertretende Sprecher der Bundesregierung, Christoph Steegmans, mitteilte.

+++ 12:19 Uhr +++

Gaddafi lässt nach Angaben von Einwohnern in Tripolis regimetreue Zivilisten bewaffnen , um gegen Demonstranten vorzugehen. In den Straßen der Hauptstadt patrouillierten zahlreiche Zivilpersonen, berichteten Einwohner am Samstag telefonisch. Sie sollten Kontrollstellen errichten und gegen Regierungsgegner vorgehen.

Gaddafi hatte am Freitag angekündigt, die Waffendepots zu öffnen, „sodass alle Libyer und Stämme bewaffnet werden“.

+++ 11:19 Uhr +++

Indien will mit einer breit angelegte Evakuierungsaktion rund 18.000 Inder aus Libyen in Sicherheit bringen. In Neu Delhi und Mumbai hoben zwei Passagierjets in Richtung Tripolis ab, wie aus dem Außenministerium verlautete. Neben den beiden Großraumjets, die in den nächsten Tagen im Dauereinsatz stehen, ist bereits ein Passagierschiff im Mittelmeer unterwegs. Ein weiteres Schiff solle gechartert werden, zudem wurden am Samstag aus Mumbai zwei Kriegsschiffe in Richtung Mittelmeer in Marsch gesetzt.

+++ 9:07 Uhr +++

Mehrere tausend Chinesen sind inzwischen aus Libyen nach Kreta in Sicherheit gebracht worden. Am Samstagmorgen erreichte eine griechische Fähre mit 2911 Chinesen und 13 EU-Bürgern die kretische Hafenstadt Iraklion.

+++ 8:33 Uhr +++

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin spricht sich für die zeitweilige Aufnahme von bis zu 1000 nordafrikanischen Flüchtlingen aus. „Im Rahmen einer vernünftigen Lastenteilung zwischen den EU-Staaten wäre Deutschland sicher nicht überfordert“, erklärte Trittin in der „Saarbrücker Zeitung“. Nach UN-Recht hätten solche Menschen keinen Anspruch auf politisches Asyl. „Das bedeutet, wenn sich die Lage in Libyen oder Tunesien wieder beruhigt, müssen sie in ihre Heimatländer zurückkehren.“

+++ 8:26 Uhr +++

Die Zahl der Getreuen des libyschen Staatschefs Gaddafi schrumpft mit jedem Tag offenbar mehr. Seine Truppen kontrollieren nur noch wenige größere Städte . Neben der Hauptstadt Tripolis sind dies unter anderem Gadames, Sebha und Gaddafis Heimatstadt Sirte. Nach Angaben von Augenzeugen war es am Samstag früh ruhig in Tripolis.

+++ 4:45 Uhr +++

Unmittelbar nach der Evakuierung der letzten US-Bürger aus Libyen haben die USA wegen der brutalen Gewalt gegen Demonstranten Sanktionen gegen Tripolis verhängt. Das Vermögen von Staatschef Muammar Gaddafi und vier seiner Kinder wurde in der Nacht zum Samstag eingefroren. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will am Nachmittag in einer Sondersitzung über eine Resolution zu Strafmaßnahmen gegen Libyen beraten.

Die USA hatten sich mit Reaktionen auf die Lage in dem nordafrikanischen Land zurückgehalten, solange sich dort noch amerikanische Staatsbürger aufhielten, und damit international Kritik ausgelöst. Am Freitagabend wurde dann die amerikanische Botschaft in Tripolis geschlossen und das verbleibende Personal ausgeflogen.

+++ 1:30 Uhr +++

Die SPD-Verbraucherpolitikerin Elvira Drobinski-Weiß fordert, Strafmaßnahmen gegen den staatlichen libyschen Ölkonzern Tamoil in Betracht zu ziehen. „Es ist höchste Zeit, dass die EU mit Sanktionen gegen Libyen Ernst macht. Dabei muss auch ein Zugriff auf europäische Vermögenswerte erfolgen, möglicherweise auch auf das hiesige Mineralölgeschäft und damit Tamoil“, sagte sie der „Berliner Zeitung“. Es könne nicht sein, dass hohe Geldströme aus dem europäischen Geschäft in der derzeitigen Lage dem Gaddafi-Regime zuflössen.

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