Anschlag in Baghlan

Afghane erschießt zwei Bundeswehr-Soldaten

Nach dem Anschlag in Baghlan ist die Zahl der toten Bundeswehr-Soldaten auf zwei gestiegen. Verteidigungsminister Guttenberg nannte Details zum Täter.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Bei einem Anschlag in einem deutschen Feldlager in Nordafghanistan sind am Freitag zwei Bundeswehrsoldaten getötet worden.

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen

Ein zweiter deutscher Soldat ist nach der Schießerei in einem Bundeswehr-Lager in Afghanistan gestorben. Das bestätigte Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Ein afghanischer Soldat hatte auf die deutschen Soldaten gefeuert.

Guttenberg (CSU) sagte in Berlin, der afghanische Soldat habe "völlig überraschend aus kurzer Distanz“ aus einer Handfeuerwaffe auf die Bundeswehrsoldaten gefeuert. Sieben Soldaten wurden den Angaben nach verletzt, drei von ihnen schwer.

Der Anschlag ereignete sich in der Provinz Baghlan an einem Außenposten, den Guttenberg erst am Vortag besucht hatte. Es sei das erste Mal, dass deutsche Soldaten bei einem solchen Angriff getötet wurden, sagte der Minister. Der Schütze sei bei dem nachfolgenden Gefecht ums Leben gekommen. Die getöteten Soldaten sollen einer Einheit aus dem süddeutschen Raum angehört haben.

Der afghanische Soldat war laut Guttenberg zur Außensicherung des Bundeswehr-Lagers eingesetzt. Der Soldat sei auf dem Weg zurück ins Lager gewesen und habe dann plötzlich mit seiner Waffe das Feuer eröffnet. Zuvor sei er nicht auffällig geworden.

Guttenberg warnte davor, das bislang "sehr erfolgreiche Partnering“, also die Zusammenarbeit von deutschen und afghanischen Streitkräften, jetzt grundsätzlich in Frage zu stellen.

Der Zwischenfall ereignete sich einer Kurzmitteilung der Bundeswehr für das Parlament zufolge gegen 8.30 Uhr deutscher Zeit. Die Soldaten waren nach Isaf-Angaben gerade mit Wartungsarbeiten an einem Fahrzeug beschäftigt, als der Schütze das Feuer eröffnete.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in dem Außenposten verbracht. Kurz nach seinem Abflug explodierte ein Sprengsatz in der Nähe und tötete zwei Afghanen.

Der Außenposten „OP North“ ist einer der gefährlichsten Stützpunkte der Bundeswehr in Nordafghanistan. In der Umgebung in der Provinz Baghlan starben im vergangenen Jahr fünf deutsche Soldaten. Auf dem Außenposten ist das Ausbildungs- und Schutzbataillon eingesetzt. In der sogenannten Task Force Kundus hatte sich im Dezember auch der tragische Schießunfall ereignet, bei dem ein 21-jähriger Hauptgefreiter umgekommen war. Die tödliche Kugel stammte aus der Waffe eines Kameraden.