In Nordafghanistan ist ein deutscher Soldat erschossen worden. Mindestens acht weitere Soldaten wurden verwundet, wie die Bundeswehr berichtete. Der Anschlag ereignete sich in der Provinz Baghlan. Ein Mann eröffnete im Bereich des vorgeschobenen Postens „OP North“ das Feuer auf die Bundeswehreinheit.

Unbestätigten Berichten zufolge wurden vier deutsche Soldaten schwer, vier weitere leicht verletzt. Die Verwundeten wurden nach Angaben der Bundeswehr inzwischen mit dem Rettungshubschrauber zur medizinischen Behandlung ausgeflogen.

Die Nato-Truppe Isaf teilte mit, beim Täter habe es sich um einen Mann in afghanischer Armeeuniform gehandelt. Laut dem Polizeichef der Region, Daud Daud, wurde er erschossen.

Der Zwischenfall ereignete sich einer Kurzmitteilung der Bundeswehr für das Parlament zufolge gegen 8.30 Uhr deutscher Zeit. Die Soldaten waren nach Isaf-Angaben gerade mit Wartungsarbeiten an einem Fahrzeug beschäftigt, als der Schütze das Feuer eröffnete.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in dem Außenposten verbracht. Kurz nach seinem Abflug explodierte ein Sprengsatz in der Nähe und tötete zwei Afghanen.

Der Verteidigungsminister sagte am Freitag im Rahmen seiner kurzen Entschuldigungserklärung wegen der Plagiatsvorwürfe gegen ihn: „Ich trage die Verantwortung für die Soldaten im Einsatz, wie ein Ereignis am heutigen Tag einmal mehr auf bittere Weise zeigt.“ Er nannte jedoch keine Einzelheiten dazu, auf welches Ereignis sich seine Äußerung bezog.

Der Außenposten „OP North“ ist einer der gefährlichsten Stützpunkte der Bundeswehr in Nordafghanistan. In der Umgebung in der Provinz Baghlan starben im vergangenen Jahr fünf deutsche Soldaten. Auf dem Außenposten ist das Ausbildungs- und Schutzbataillon eingesetzt. In der sogenannten Task Force Kundus hatte sich im Dezember auch der tragische Schießunfall ereignet, bei dem ein 21-jähriger Hauptgefreiter umgekommen war. Die tödliche Kugel stammte aus der Waffe eines Kameraden.

Reuters/dpa/dapd/AFP/cn