Afghanistan

Als Soldaten verkleidete Taliban richten Blutbad an

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Taliban-Attentäter haben im ostafghanischen Dschalalabad Dutzende Menschen getötet. Die Täter waren als afghanische Soldaten verkleidet.

Kurz nach dem Anschlag eines afghanischen Soldaten auf die Bundeswehr mit drei Toten haben die islamistischen Taliban bei einem der schwersten Anschläge der vergangenen Jahre Dutzende Menschen getötet. Ein Todeskommando stürmte eine Bankfiliale in der ostafghanischen Provinzhauptstadt Dschalalabad und eröffnete das Feuer auf Angestellte und Kunden.

Die Totenzahl wurde inklusive der erschossenen Attentäter auf mindestens 42 beziffert. Unter den Toten befanden sich 21 Soldaten und Polizisten.

Die Extremisten trugen dabei Uniformen der afghanischen Armee. Damit erinnerte die Bluttat am Samstag an den Anschlag eines afghanischen Soldaten, der am Vortag drei Bundeswehr-Soldaten in Nordafghanistan ermordete.

Die Taliban bekannten sich zu der Tat, bestritten aber jede Verbindung zu dem Todesschützen von Baghlan.

Zum Zeitpunkt des Angriffs hatten sich vor den Schaltern lange Schlangen gebildet, da an diesem Tag die Gehälter an die Sicherheitskräfte ausgezahlt wurden. Staatspräsident Hamid Karsai verurteilte den Angriff als "unislamisch“.

Verletzte Bundeswehr-Soldaten ausgeflogen

Nach dem Attentat in der nordafghanischen Provinz Baghlan wurden zehn Verletzte nach Deutschland ausgeflogen. Der Zustand von zwei Soldaten war weiterhin kritisch. Die drei getöteten Panzergrenadiere im Alter von 21, 22 und 30 Jahren aus dem niederbayerischen Regen sollen an diesem Montag übergeführt werden.

Die Bundesregierung will die Afghanistan-Strategie, die auf verstärkte Ausbildung afghanischer Soldaten auch an vorderster Front setzt, trotz des Blutbads nicht in Frage stellen. „Wir würden aus unserer Gesamtstrategie ein wichtiges Element herausnehmen“, sagte auch der Kommandeur der internationalen Truppen in Nordafghanistan, Generalmajor Hans-Werner Fritz.

( dpa/jw )