Tunesien

Ex-Präsident Ben Ali soll ernsthaft erkrankt sein

Der vor einem Monat aus dem Amt gejagte tunesische Ex-Präsident Ben Ali ist in Saudi-Arabien offenbar ins Krankenhaus gebracht worden. Sein Zustand sei ernst.

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Die arabische Welt gerät immer mehr in Aufruhr. Im Jemen und in Libyen kam es am Donnerstag zu tödlichen Auseinandersetzungen. Unterdessen wurde der aus dem Amt gejagte tunesische Ex-Präsident Ben Ali ins Krankenhaus gebracht.

Video: Reuters
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Der vor einem Monat gestürzte tunesische Diktator Zine al-Abidine Ben Ali ist angeblich lebensgefährlich erkrankt. Der 74-Jährige liege in einem Krankenhaus in Saudi-Arabien im Koma, berichteten französische Medien unter Berufung auf ungenannte Vertraute des Ex-Präsidenten.

Der französische Journalist und Tunesien-Experte Nicolas Beau hatte bereits am Mittwochabend in seinem Blog berichtet, Ben Ali schwebe in Lebensgefahr. Er sei aus Sicherheitsgründen unter falschem Namen im Krankenhaus registriert worden. Die Regierung in Tunis wies alle Spekulationen zurück. Es gebe keine offizielle Bestätigung, sagte ein Regierungssprecher.

Der langjährige tunesische Oppositionelle Moncef Marzouki befürchtet ein groß angelegtes Täuschungsmanöver. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Ben Ali selber das Gerücht in die Welt gesetzt habe, um einer Verfolgung durch die tunesische Justiz zu entgehen, sagte er dem französischen Sender RTL. „So lange es keine offizielle Stellungnahme eines Arztes gibt, handelt es sich vermutlich um eine Manipulation“, meinte er.

Ben Ali war am 14. Januar nach Saudi-Arabien geflohen, nachdem die französische Regierung ihm die Landung in Frankreich verwehrt hatte. Unklar ist, ob seine Frau Leila ebenfalls in Saudi-Arabien ist. Gerüchten zufolge hält sie sich derzeit in Dubai auf.