Ägypten im Live-Ticker

Tausende versammeln sich auf dem Tahrir-Platz

Die Kernforderung der ägyptischen Opposition bleibt bisland unerfüllt: Der sofortige Rücktritt von Präsident Mubarak. Die Proteste gehen weiter.

Foto: Getty Images / Getty Images/Getty

+++ Unbekannte feuern vier Panzerabwehrraketen auf eine Polizeikaserne in der ägyptischen Stadt Rafah. Bei dem Angriff auf der Sinai-Halbinsel im Nordosten Ägyptens an der Grenze zum Gazastreifen wurden nach Angaben von Krankenhausärzten zwei Polizeibeamte verletzt.Wer hinter dem Angriff stand, war zunächst unklar, ebenso, ob es möglicherweise einen Zusammenhang zu den Protesten gegen Staatschef Husni Mubarak gibt. +++

+++ Die ägyptischen Justizbehörden haben zugesagt, gegen drei ehemalige Minister und einen ranghohen Vertreter der Regierungspartei NDP wegen Korruption zu ermitteln. Außerdem wird erwartet, dass ein inhaftierter Marketingmanager des Internet-Konzerns Google bald wieder auf freien Fuß kommt. Mohammed Eid, ein Student auf dem Tahrir-Platz, erklärte, Hauptziel der Demonstranten sei der Rücktritt Mubaraks. „Wir akzeptieren keine anderen Zugeständnisse“, sagte er.+++

+++ Auch in Alexandria und Al-Arisch demonstrieren die Menschen gegen Mubarak. An den Protesten in Alexandrias Al-Manschia-Viertel beteiligen sich vor allem Anhänger der Muslimbruderschaft. Die Islamisten-Organisation, die offiziell verboten ist, hatte am Sonntag auch an einer Dialogrunde mit Vizepräsident Omar Suleiman teilgenommen. Sie und einige andere Oppositionsgruppen beharren jedoch weiter darauf, dass Mubarak die Macht noch vor der für September geplanten Präsidentschaftswahl abgibt. In Al-Arisch im Norden der Sinai-Halbinsel bildete sich ein „Komitee für den Schutz der Revolution“. +++

+++ Auf dem Tahrir-Platz in Kairo demonstrieren Tausende Menschen bereits den 14. Tag in Folge für den Rücktritt von Präsident Husni Mubarak. Die Nacht verlief abgesehen von Warnschüssen der Armee am späten Sonntagabend ruhig, berichtet ein dpa-Fotograf. Auch in anderen Landesteilen dauern die Proteste an. Vizepräsident Omar Suleiman hatte am Vortag mit der Opposition verhandelt, darunter erstmals auch mit der bislang verbotenen Muslimbruderschaft. Die Opposition beharrte weiter darauf, dass Mubarak die Macht rasch abgibt und nicht bis zu der im September geplanten Präsidentschaftswahl im Amt bleibt. +++

+++ US-Präsident Barack Obama zeigt sich in einem TV-Interview zuversichtlich, dass sich auch die künftige Regierung Ägyptens als guter Partner der USA erweisen werde. Voraussetzung sei ein „geordneteter“ Übergangsprozess, sagt Obama dem US-Sender Fox. Fest stehe: „Ägypten wird nicht zu dem zurückkehren, was es war.“ Der Muslim-Bruderschaft misst Obama keine große Rolle bei. Die islamistische Gruppe sei gut organisiert, habe aber nicht die Unterstützung der Mehrheit. +++

+++ Auch in der Nacht zum Montag campieren viele Regierungsgegner auf dem Tahrir-Platz in Kairo. Das ägyptische Militär versucht vergeblich, den Platz zu räumen. Nach Sonnenuntergang schießen die Soldaten in die Luft, um die Menschenmenge zu vertreiben, doch die Demonstranten weichen nicht. Die Truppen geben ihr Vorhaben auf. „Der Feigling ist ein Feigling und der Mutige ist ein Mutiger und wir werden den Platz nicht verlassen“, sagt der 20-Jährige Sameh Ali. +++

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