Hamburg

Ahlhaus findet, dass es Schwarz-Grün zu lange gab

Hamburgs CDU-Bürgermeister ärgert sich, dass die Grünen das Ende der Koalition bestimmten. So hätten sie seine Partei schlecht aussehen lassen.

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Die schwarz-grüne Koalition in Hamburg ist nach Überzeugung von Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) zu spät beendet worden. „Es war ein Fehler, nach dem Scheitern der Schulreform und dem Rücktritt von Ole von Beust nicht innegehalten zu haben“, sagte er dem Bremer „Weser-Kurier“.

Er sei damals sehr fokussiert darauf gewesen zu betonen, Schwarz-Grün könne selbstverständlich auch mit ihm weitergehen. Dabei sei zu fragen vergessen worden, wo die Koalition stehe und wo sie noch hin wolle. „Darüber hätten wir uns mehr austauschen müssen – auch mit dem Risiko, dass festgestellt worden wäre, dass wir den Koalitionsvertrag so nicht einfach weiter abarbeiten können.“

Es wäre die ehrlichere Alternative gewesen, auch um den Preis nachzudenken, dass die Koalition dann geplatzt wäre. Jetzt hätten die Grünen den Zeitpunkt des Koalitionsbruchs bestimmt. Sie hätten einen Moment gewählt, in dem sie in den Umfragen gut aussehen. „Auf diese Weise ist es ihnen außerdem gelungen, alles was schief gelaufen ist in dieser Koalition, bei uns abzuladen“, sagte Ahlhaus.

CDU und GAL haben gut zweieinhalb Jahre lang die erste Koalition dieser Art auf Landesebene in Deutschland gestellt. Nach aktuellen Umfragen würde die CDU bei den für den 20. Februar 2011 angesetzten Bürgerschaftswahlen massiv Stimmen verlieren. SPD und Grüne könnten mit großer Mehrheit die Regierung stellen.

Ahlhaus und sein Herausforderer Olaf Scholz (SPD) werden vor der Wahl in zwei TV-Duellen aufeinandertreffen. Die beiden Spitzenkandidaten im Kampf um das Bürgermeisteramt werden sich erstmals am 6. Januar (19 Uhr) beim Fernsehsender Hamburg 1 live begegnen, wie ein Sprecher des Senders sagte. Vier Tage vor der Wahl, am 16. Februar (21 Uhr), treten die Kontrahenten dann noch einmal im NDR-Fernsehen gegeneinander an.