Demonstration in Berlin

Zehntausende fordern Ende der Massentierhaltung

Mehr als 20.000 Menschen haben in Berlin für eine Wende in der Landwirtschaft demonstriert. Unter dem Motto „Nein zu Gentechnik, Tierfabrik und Dumpingexporten" zogen sie zum Brandenburger Tor, wo auch Renate Künast sprach.

Mit Traktoren und einem kilometerlangen Protestzug haben am Sonnabend im Berliner Regierungsviertel Zehntausende gegen Agrarfabriken demonstriert. Nach Angaben der Veranstalter folgten 22.000 Teilnehmer dem Aufruf zur Demonstration unter dem Motto „Wir haben es satt ? Nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumpingexporten“. Bei der bislang größten Demonstration dieser Art zogen Bauern, Umweltschützer, Imker und Verbraucher gemeinsam vom Berliner Hauptbahnhof zur Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor.

Dor sprach auch die Spitzenkandidatin der Berliner Grünen, Renate Künast, zu den Demonstranten. Sie forderte von der Bundesregierung ein klares Nein zur Massentierhaltung. „Stecken Sie das Geld lieber in Öko, Regional und Bildung“, sagte die frühere Landwirtschaftsministerin. Sie warb zudem zudem dafür, EU-Subventionen nur noch an jene Landwirte zu verteilen, die ökologisch und sozial produzieren.

Maria Heubuch, Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, sagte: „Agrarfabriken gehören verboten und nicht weiter mit Steuergeldern subventioniert. Tiergerechte Haltung, heimisches Futter und besonders Eiweißfutter ohne Gentechnik – das ist unsere Zukunft.“

Die Teilnehmer waren nach Angaben der Veranstalter mit 60 Bussen, Zügen und mehr als 70 Traktoren aus dem ganzen Bundesgebiet zu der Demonstration angereist. Getragen wurde die Veranstaltung von mehr als 120 Bauern- und Umweltverbänden, Bürgerinitiativen gegen Massentierhaltung und Gentechnik sowie von Eine-Welt-Gruppen. Anlass der Demonstration war die von der Bundesregierung ausgerichtete Agrarministerkonferenz auf der Grünen Woche.

BUND-Vorsitzende Hubert Weiger kündigte an, die Berliner Kundgebung sei nur der Auftakt zahlreicher weiterer Aktionen. „Die Bundesregierung muss endlich begreifen, dass sie bei Fortsetzung ihrer Blockadepolitik gegen eine nachhaltige und gerechte Agrarreform in Europa schon beim nächsten Lebensmittelskandal wieder ins Schlingern gerät.“

Für die Veranstalter sagte Campact-Geschäftsführer Felix Kolb, der Protest zeige, dass die Bürger „ein Ende der industriehörigen Landwirtschafts- und Lebensmittelpolitik“ wollten. Strengere Lebensmittelkontrollen alleine reichten nicht aus. Nötig sei eine grundlegende Wende in der Agrarpolitik. „Bundesagrarministerin Ilse Aigner muss eine echte EU-Agrarreform und den Ausstieg aus der Massentierhaltung voranbringen anstatt beides zu bremsen“, forderte Kolb.