Vor der Kampfabstimmung um den Vorsitz der Düsseldorfer CDU-Landtagsfraktion hat der bisherige NRW-Integrationsminister Armin Laschet (CDU) als einer der beiden Kandidaten eine Kurskorrektur angekündigt. „Die CDU muss sich stärker als Partei der wirtschaftlichen Kompetenz erweisen“, sagte Laschet den „Ruhr Nachrichten“. Gerade in Kreisen des Mittelstandes und des Handwerks habe die CDU bei der Landtagswahl vom 9. Mai viele Wähler verloren. „Die müssen wir zurückgewinnen“, mahnte der 49-Jährige.

Laschet sagte, er wisse „aus Gesprächen in den Kreisverbänden, dass das Image der CDU als Arbeiterpartei nicht bei allen Begeisterung auslöst“. Damit distanzierte sich Laschet vom scheidenden CDU-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers, der sich selbst als „Arbeiterführer“ bezeichnet hatte. Soziale Politik sei zwar Bestandteil der marktwirtschaftlichen Ordnung, zeigte sich Laschet überzeugt. Die CDU aber müsse vor allem beweisen, dass sie mehr von Wirtschaft und Finanzen verstehe als die SPD. „Wir müssen gerade in der Krise unsere Politik besser erklären.“

Bei der Wahl des neuen CDU-Fraktionschefs am Dienstag wird es eine Kampfabstimmung zwischen Laschet und dem bisherigen Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) geben. Beide hatten am Freitag in einem gemeinsamen Brief ihre Bereitschaft zur Kandidatur um das Amt des Oppositionsführers bekannt gegeben.

„Die Abgeordneten werden entscheiden, wer die Fraktion in der wichtigen Oppositionszeit führt“, heißt es in dem Schreiben an CDU-Landeschef Rüttgers und den geschäftsführenden Fraktionsvorsitzenden Christian Weisbrich (CDU). „Dieser demokratischen Entscheidung wollen wir uns stellen.“ Zugleich hoben die beiden Kandidaten hervor, kein politisches Amt sei „so wichtig, dass eine persönliche und politische Freundschaft darunter leidet“.

Laschet gilt als einer der Aufsteiger in Rüttgers’ Regierungszeit. Als Deutschlands einziger Integrationsminister konnte der gebürtige Aachener bundesweit mit differenzierten Äußerungen zu Migration und Eingliederung Pluspunkte sammeln. Der 52-jährige Laumann ist ausgewiesener Sozialpolitiker und Vertreter des linken CDU-Flügels. Der aus dem Münsterland stammende gelernte Maschinenschlosser ist seit 2005 Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA).

Lesen Sie heute Nachmittag das Interview mit Armin Laschet auf Morgenpost Online.

AFP/pku