Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann ist als Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) in der Union ein Schwergewicht. Der 52-jährige Familienvater und gelernte Maschinenschlosser besitzt große Authentizität, weil er eine volksnahe Sprache jederzeit hochgestochenen Referaten vorzieht.

Zugleich gilt der frühere Bundestagsabgeordnete als einer der wichtigsten Einflüsterer von Rüttgers. Laumann hilft dem Regierungschef mit Kontakten in die Gewerkschaften und mit Daten aus seinem Ministerium zur Gesellschafts- und Sozialpolitik. Damit konnte Rüttgers sein Image als „sozialdemokratisierter Arbeiterführer“ unterfüttern. Freilich sieht sich der Bezirkschef der CDU Münsterland selbst als Erzkonservativer. Laumann ist prädestiniert für deftige Reden im Landtag, doch nur wenige in der Union können sich vorstellen, dass er für die parlamentarische Kleinarbeit als Fraktionschef geschaffen ist. Das Generalistische scheint ihm näher zu liegen. Er war maßlos enttäuscht darüber, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel ihn nicht als Bundesarbeitsminister ins Kabinett berufen hat. Doch in Düsseldorf fand er seine Heimat. Er ist neben Krautscheid einer der wenigen, die Rüttgers vor Kritikern jederzeit in Schutz nehmen würden.