Nach tagelanger Kritik an Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) wegen der Loveparade-Tragödie mit 21 Toten hat die Linke im Stadtrat seine Abwahl beantragt. Dies bestätigte Linken-Fraktionschef Hermann Dierkes. FDP-Ratsherr Wilhelm Bies sagte, seine Partei werde den Antrag unterstützen. Ungeachtet aller juristischen Fragen trage Sauerland als Rathauschef die moralisch-politische Schuld an den Ereignissen. Die SPD habe sich Bedenkzeit bis nach der Trauerfeier erbeten. Er rechne damit, dass sich die Geschäftsstellen der Fraktionen bald zu der Frage austauschen, so Bies.

Eine Abstimmung über die Abwahl des Oberbürgermeisters muss nach der Kommunalverfassung von der absoluten Mehrheit im Rat beantragt werden. Für die Abwahl selbst wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig. Zumindest für die erste Abstimmung gebe es gute Erfolgsaussichten, sagte Bies. Für die Zwei-Drittel-Mehrheit zur eigentlichen Abwahl seien nach seiner Berechnung aber auch CDU-Stimmen erforderlich. Auch das sei aber denkbar, wahrscheinlich sei für den Wahlgang eine geheime Wahl möglich, so Bies. Die juristischen Details müssten noch geklärt werden.

Im Duisburger Rat sitzen 75 Vertreter. Die SPD hat 30 Sitze, die CDU 25 Sitze, die Grünen 6 Sitze, Die Linke 6 Sitze, die FDP 3 Sitze und eine Wählergemeinschaft 3 Sitze. Ein Mitglied des Rates gehört keiner Fraktion an. Vorsitzender des Stadtrates ist Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Er hat Stimmrecht im Rat und besitzt die 75. Stimme.

dpa/jw