Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy sieht einem Zeitungsbericht zufolge das deutsche Sparpaket kritisch. „Mit einem Sparplan nach dem anderen gerät man in die Rezession“, sagte Sarkozy bei der wöchentlichen Kabinettssitzung laut einem Bericht der konservativen Tageszeitung „Le Figaro“.

Der Präsident habe Zweifel, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die geplante Steuer für Reisende beim Abflug von deutschen Flughäfen durchsetzen könne. Er glaube auch nicht, dass die vorgesehene Finanzmarktsteuer tatsächlich sechs Milliarden Euro in die Staatskasse spülen werde.

Dem Bericht zufolge hatte Sarkozy das am Montag in letzter Minute geplatzte Treffen mit Merkel ebenfalls verschieben wollen, und zwar wegen des milliardenschweren Sparpakets. „Ich wäre nicht gewappnet gewesen, mit ihr darüber zu diskutieren“, sagte der Staatschef laut „Figaro“.

Der Präsident habe sich darüber geärgert, dass die französische Botschaft in Berlin ihm nicht schnell genug eine Analyse der deutschen Sparpläne vorgelegt habe. „Was machen unsere Dienste in Berlin eigentlich?“, habe Sarkozy sich empört.

Ein enges Verhältnis der beiden Nachbarländer sei in der derzeitigen Krise immens wichtig, sagte der Präsident dem Bericht zufolge. Das kurzfristig abgesagte Treffen der Kanzlerin mit Sarkozy am Montag war als weiterer Hinweis dafür gewertet worden, dass es derzeit nicht zum Besten um die deutsch-französischen Beziehungen bestellt sei.

AFP/ks