Vorfall in Manchester

Muslimin lehnt Nacktscanner ab – Flug verweigert

Zum ersten Mal durfte in Großbritannien eine Passagierin nicht ins Flugzeug, weil sie die Ganzkörperkontrolle verweigerte. Die Muslimin lehnte das Nacktscanning aus religiösen und medizinischen Gründen ab. Daraufhin verweigerten ihr die Sicherheitsbehörden den Flug nach Pakistan.

Foto: dpa

Der Vorfall ereignete sich am Flughafen Manchester. Eine muslimische Frau und ihre Begleiterin hatten ein Ticket für einen Flug in die Pakistanische Hauptstadt Islamabad gebucht. Bei der Sicherheitskontrolle wurden sie gebeten, sich vom Nackt-Scanner durchleuchten zu lassen. Die Wahl fiel rein zufällig auf die beiden Frauen, da die Sicherheitsbehörden seit dem letzten Monat einzelne Fluggäste stichprobenartig für die Untersuchung am Nacktscanner auswählen.

Wie die Onlineseiten des britischen „Telegraph“ und der "Daily Mail" berichten, lehnten die beiden muslimischen Frauen die Kontrolle aus medizinischen und religiösen Gründen ab. Gemäß einer Direktive der Regierung sei dem Flughafenpersonal nichts anderes übrig geblieben, als den beiden Frauen den Einstieg in die Maschine der Pakistan International Airline zu verweigern, sagte eine Sprecherin des Flughafens Manchester.

Laut den Berichten hätten bisher über 15.000 Menschen den Nacktscanner am Flughafen Manchester passiert. Zum ersten Mal sei es nun zu einem solchen Fall gekommen, bei dem einer Passagierin der Flug verweigert wurde. Seit letztem Monat sind zwei solche Geräte in London Heathrow und Manchester in Betrieb.

Die Sicherheitsleute am Flughafen können mit dem Nacktscanner Waffen und Sprengstoff auf dem Körper erkennen. Kritisiert wird, dass man dabei auch klare Konturen von Geschlechtsteilen ausmachen kann. Laut Bürgerrechtsexperten griffen die Scanner zu sehr in die Privatsphäre der Passagiere ein.

Nach einem verhinderten Anschlag auf den Flughafen Detroit wurde die Einführung von Nacktscannern auch in Deutschland diskutiert.

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