Wegen Nacktscanner

Datenschützer sieht Religionsfreiheit bedroht

Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig Holstein, Thilo Weichert, sieht durch den Einsatz von Nacktscannern an Flughäfen die Religionsfreiheit verletzt. Es müsse berücksichtigt werden, dass Körperscanner "die Scham von sehr vielen Menschen" verletzen könnten. Die Geräte brächten zudem keinen entscheidenden Sicherheitsgewinn.

Der Datenschutzbeauftragte von Schleswig Holstein, Thilo Weichert, sieht durch den Einsatz sogenannter Nacktscanner an Flughäfen die Religionsfreiheit verletzt. Es müsse berücksichtigt werden, dass Körperscanner „die Scham von sehr vielen Menschen“ verletzen könnten, sagte Weichert am Samstag dem Radiosender NDR Info.

So gebe es Menschen, die es aus religiösen Gründen ablehnten, sich nackt auszuziehen. „Und wenn es jetzt mithilfe der Technik gemacht wird, ist es nicht viel besser“, mahnte der Datenschützer.

Nach Ansicht Weicherts brächten die Geräte zudem keinen entscheidenden Sicherheitsgewinn. Es sei trotzdem weiter möglich, Waffen oder Sprengstoffe an Bord des Flugzeugs zu bringen. „Insofern würde ich mir nicht allzu große Hoffnungen machen.“

Auf der anderen Seite werde mit dem Körperscanner „ganz massiv in die Persönlichkeitsrechte eingegriffen, und das halte ich für sehr, sehr fragwürdig und problematisch“, sagte Weichert. So würden insbesondere Gesundheitsinformationen offengelegt, etwa ein Herzschrittmacher oder ein künstlicher Darmausgang. „Und das ist sehr, sehr peinlich.“

Der Datenschutzbeauftragte warf den Befürworten der Technik „symbolische Politik“ vor. Gleich nach dem vereitelten Sprengstoffanschlag auf ein US-Flugzeug müssten Politiker „jetzt Aktionen vorweisen in der Öffentlichkeit – ohne dass eine umfassende Prüfung stattgefunden hat“.

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos

Beschreibung anzeigen