USA

Bush bedauert aggressive Kriegsrhetorik

George W. Bush sieht seine eigene Rhetorik rund um den Irak-Krieg kritisch. "Ich denke, im Rückblick hätte ich einen anderen Ton anschlagen können", sagte er. Durch seine Äußerungen habe er ein falsches Bild von sich vermittelt. Bush, der heute seinen Deutschlandbesuch beendet, äußerte sich auch zu Barack Obama.

US-Präsident George W. Bush bedauert seine oftmals heftige Rhetorik vor und während des Irak-Krieges. Seine teils aggressive Sprache habe den Eindruck in der Welt vermittelt, er sei ein „Typ, der nur auf Krieg aus ist“, räumte der im kommenden Januar aus dem Amt scheidende Präsident in einem Interview der britischen Zeitung „The Times“ ein. „Ich denke, im Rückblick hätte ich einen anderen Ton, eine andere Rhetorik anschlagen können.“


So bedauere er beispielsweise die Formulierung „tot oder lebendig“, mit der er einst zur Jagd auf Terroristen blies. „Dies vermittelte den Leuten, (...) dass ich kein Mann des Friedens war.“ Er wolle seinem Nachfolger nun Strukturen hinterlassen, die es diesem mit Blick auf die internationale Diplomatie leichter machten.


Zu seinem möglichen Amtsnachfolger Barack Obama sagte Bush, dessen Sieg bei den Vorwahlen der US-Demokraten sei ein Zeichen für die Reife der Vereinigten Staaten. Dass ein Schwarzer nun in das Rennen um die Präsidentschaft gehe, zeige, „wie weit Amerika gekommen ist“, sagte Bush der „Times“ auf seinem Flug nach Europa.


Unabhängig davon müssten die US-Bürger nun entscheiden, „wer die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bewältigen kann“.

Bush war am Abend zu seinem voraussichtlich letzten Besuch in Deutschland eingetroffen. Heute kommt er mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Schloss Meseberg bei Berlin zu politischen Gespräche zusammen.

Zuvor trieb Bush ein wenig Frühsport. Am Morgen radelte Bush auf einem Mountainbike in Begleitung einer Schar von Sicherheitsbeamten rund um das Gästehaus der Bundesregierung in Meseberg, wo er übernachtet hatte. Nach Abschluss seiner halbstündigen „Brandenburger Landpartie“ winkte er den wartenden Journalisten vor dem Barockschloss kurz zu.

( AFP/dpa/cn )

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