Bush-Besuch

Brown droht Iran mit verschärften Sanktionen

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Der britische Premier Brown hat US-Präsident Bush zum Abschluss seiner Europa-Reise eine Freude gemacht: Er kündigte an, die Sanktionien gegen den Iran zu verschärfen. Unter anderem sollen die Guthaben der größten iranischen Bank eingeforen werden. Auch in Afghanistan und im Irak versprach Brown mehr Unterstützung.

US-Präsident George W. Bush hat am Montag auf der letzten Etappe seines Abschiedsbesuchs in Europa mit dem britischen Premierminister Gordon Brown über die Strategie in den internationalen Krisenherden beraten. Brown kündigte dabei an, dass Großbritannien die Sanktionen gegen den Iran verschärfen wird, um das Land von seinem Atomprogramm abzubringen. Dazu sollen die Guthaben der größten iranischen Bank eingefroren werden.

Brown betonte, der Dialog mit der Regierung in Teheran solle aufrecht erhalten werden. Wenn der Iran aber weiter die Resolutionen der Vereinten Nationen ignoriere, das Angebot der Partnerschaft zurückweise, dann gebe es keine andere Wahl, als die Sanktionen zu verschärfen, sagte Brown.


Der britische Premierminister kündigte an, dass Großbritannien seine Truppen in Afghanistan verstärken werde. Die Zahl der Truppen werde auf mehr als 8000 steigen, sagte Brown, ohne genaue Zahlen zu nennen. Großbritannien hat derzeit 7800 Soldaten im Süden des Landes. Der erhöhte Einsatz in Afghanistan bedeute aber nicht, dass die Zahl der britischen Soldaten im Irak verringert werde, betonte Brown.


Brown unterstrich das britische Engagement im Irak. Es seien noch große Anstrengungen in dem Land notwendig. Einen genauen Zeitplan für einen kompletten Truppenabzug gebe es nicht. „Ich sehe keinen Grund für einen künstlichen Zeitplan“, sagte Brown.


Zuvor war spekuliert worden, dass die britische Regierung bis Ende des Jahres einen kompletten Abzug der mehr als 4000 Soldaten im Irak verkünden könnte. In Afghanistan sind seit dem Beginn des Einsatzes vor sieben Jahren 102 britische Soldaten ums leben gekommen.


Montag war der letzte Tag von Bushs Abschiedsreise durch Europa. Er traf am Sonntag aus Paris kommend in Großbritannien ein, wo er am Abend von Königin Elizabeth auf Schloss Windsor empfangen wurde. Zuvor besuchte er bereits Slowenien, Deutschland und Italien. Im Vatikan war Bush von Papst Benedikt XVI. empfangen worden.

Rund 2.500 Menschen protestierten am Sonntag in London gegen den Besuch von Bush. Demonstranten riefen in Sprechchören „Bush - Terrorist“. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben 25 Personen fest. Die Kundgebung fand nur wenige hundert Meter vom Amtssitz Browns statt, wo Bush und dessen Frau Laura zu einem privaten Abendessen mit dem Ehepaar Brown zusammensaßen.

( ap/dpa/ab )

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