Mehrere hundert Jahre fehlte jede Spur der mittelalterlichen Stadt Stolzenberg. 2025 ist Archäologen in Polen dann eine kleine Sensation gelungen: In einem Wald in der Nähe des Dorfs Sławoborze im Nordwesten Polens haben sie Überreste einer mittelalterlichen Siedlung entdeckt. Und die Wissenschaftler sind sich sicher: Es ist die „verschollene Stadt“ Stolzenberg.

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Bereits 2020 und 2021 hatten Forscher der Relicta Foundation, die von der Parsęta Exploration and Search Group aus Kołobrzeg unterstützt wurden, in dem Gebiet über 400 archäologische Spuren für die Existenz der Stadt identifiziert. Dazu gehören mittelalterliche Werkzeuge, Gewandspangen und Münzen. Laut dem Portal Fox News stammen die ältesten dieser Artefakte aus der Bronzezeit.
Mittelalterliche Stadt in Polen: Forscher entdecken Überreste im Wald
Mit Drohnenscans und geologischen Bohrungen konnten dann 2025 die Überreste einer planmäßig angelegten Stadt in einem Wald nahe der Siedlung Zagrody lokalisiert werden, erklärt Piotr Wronecki von der Relicta Foundation gegenüber dem Portal „Science in Poland“. Insgesamt 1500 Auffälligkeiten im Boden deuteten auf unterirdische Strukturen hin. Einige davon befanden sich in über zwei Metern Tiefe.
Dort vermuten die Forscher laut „Science in Poland“ auf sechs Hektar unter anderem die Strukturen eines Marktplatzes, Straßen und ein Stadttor – ein typisches Layout für mittelalterliche Städte, die unter deutschem Recht gegründet wurden. Die Strukturen seien bis heute in ausgezeichneter Verfassung, da die Umgebung von Stolzenberg hauptsächlich aus Wald besteht und nicht weiter bebaut wurde.
Gründung von Stolzenberg bleibt rätselhaft – Wer waren die Bewohner?
Wer die Stadt im 13. oder 14. Jahrhundert gegründet hat, ist noch unklar. Die Forscher vermuten bislang, dass die Markgrafen von Brandenburg daran beteiligt waren. Sie verwalteten auch die nahe Neumark und könnten Stolzenberg als Grenzstadt angelegt haben.
Über die Bevölkerung der Stadt gibt es ebenfalls kaum Informationen. Die Forscher der Relicta Foundation können bisher nicht erklären, warum die Bewohner ihre Stadt wieder verließen. In der Regel gebe es nicht nur einen Faktor, der dazu beitrage. Weitere Untersuchungen sind bereits geplant: Die Archäologen wollen klären, wann genau Stolzenberg gegründet wurde und warum die Menschen die Stadt schließlich zurückgelassen haben. Dafür seien die genauen Standorte der Kirche und des Friedhofs von besonderer Bedeutung.
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Halberstadt in Sachsen-Anhalt: Spuren einer mittelalterlichen Siedlung
Stolzenberg ist nicht die einzige mittelalterliche Stadt, die Archäologen Rätsel aufgibt. Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) hat im August dieses Jahres an einer Ausgrabungsstätte in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) Spuren einer mittelalterlichen Siedlung gefunden – jedoch nur wenig Fundmaterial wie vereinzelte Keramikscherben oder einen bronzenen Zapfhahn. Die Forscher des LDA können keine Zerstörungsschicht nachweisen und schließen auch einen Brand aus. Die Ausgrabungen dauern noch bis Mitte Dezember 2026 an.










