Ein Abend im Erlebnisbad endete für zahlreiche Besucher mit einer medizinischen Behandlung: Im Ferienpark Weißenhäuser Strand im Kreis Ostholstein sind am Dienstagabend, 20. Oktober, 125 Badegäste vom Rettungsdienst medizinisch betreut worden. Zuvor hatten mehrere Menschen über gereizte Atemwege geklagt. Die Ursache der Beschwerden ist bislang unklar.

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Wie die Polizeidirektion Lübeck am Mittwoch mitteilte, wurden die Rettungskräfte gegen 18.45 Uhr alarmiert. Auslöser war der Verdacht, dass der Chlorwert im Hallenbad zu hoch sein könnte. Die betroffenen Badegäste waren zwischen drei und 75 Jahre alt.

Zwei Erwachsene wurden zur weiteren Versorgung in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um Leichtverletzte. Beide wurden ambulant behandelt und konnten noch am selben Abend wieder entlassen werden.

Messungen bestätigen Verdacht auf zu viel Chlor nicht

Nach den ersten Beschwerden überprüften die Betreiber des Bades gemeinsam mit der Feuerwehr die Wasserwerte, die Lüftungsanlagen und die Luftqualität. Auch der Löschzug Gefahrgut Ostholstein Nord war nach Angaben des Betreibers an den Untersuchungen beteiligt.

Dabei wurden zunächst keine auffälligen Messwerte festgestellt. Auch der Verdacht, dass eine erhöhte Konzentration von Chlor oder Chloraminen die Atemwegsreizungen verursacht haben könnte, bestätigte sich bei den Messungen nach Angaben des Betreibers nicht. Chloramine können entstehen, wenn Chlor mit Stoffen wie Schweiß oder Hautpartikeln reagiert.

Wodurch die Beschwerden tatsächlich ausgelöst wurden, ist weiterhin Gegenstand der Untersuchungen. Die Polizei hat nach eigenen Angaben Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung aufgenommen.

Betreiber verweist auf regelmäßige Kontrollen

In einer Stellungnahme erklärte die Weissenhäuser Strand GmbH, Chlor werde zur Desinfektion des Badewassers eingesetzt. Die dabei entstehenden Chloramine seien ein normaler chemischer Vorgang in gechlorten Schwimmbädern. Die Wasser- und Luftqualität werde technisch überwacht und mehrmals täglich durch Mitarbeitende kontrolliert.

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„Ein hoher Hygienestandard hat für uns oberste Priorität“, erklärte das Unternehmen laut einem Bericht der Lübecker Nachrichten. Geschäftsführer David Depenau dankte den Einsatzkräften für ihr schnelles Eingreifen. Wie der NDR berichtete, öffnete das „Subtropische Badeparadies“ am Mittwoch wieder. Die Ermittlungen zur Ursache der Atemwegsbeschwerden dauern an.