Entspannt essen gehen in Restaurants – und das, ohne zu zahlen? Genau das hat eine 57-jährige Italienerin getan – und so bereits mehr als 300 Anzeigen gesammelt. Besonders in Norditalien soll die Frau immer wieder auffällig geworden sein. Inzwischen hängen in einigen Lokalen Fotos der mutmaßlichen Zechprellerin, um andere Gastwirte und Hoteliers zu warnen.

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Beamte des Polizeikommissariats in der Südtiroler Stadt Brixen haben die Frau nach zwei Vorfällen in örtlichen Gastbetrieben angezeigt. Im ersten Fall rückten die Beamten zu einem Restaurant aus, nachdem sich die Frau geweigert hatte, eine Rechnung über 60 Euro zu begleichen. Nach Angaben der Polizei war sie offensichtlich betrunken. Sie soll erklärt haben, weder Geld noch Ausweispapiere bei sich zu haben. Die Polizei zeigte sie wegen betrügerischer Zahlungsunfähigkeit an. Zudem wurde eine Verwaltungsstrafe wegen offensichtlicher Trunkenheit verhängt.

Restaurants in Italien: Mutmaßliche Betrügerin wurde schon vielfach angezeigt

Nur wenige Tage später kam es zu einem weiteren Vorfall in einem Brixner Hotel. Die 57-Jährige hatte dort zwei Nächte verbracht, sich bei der Abreise jedoch geweigert, die Rechnung zu bezahlen. Die Hotelleitung verständigte daraufhin die Polizei. Bei der Überprüfung stellten die Beamten fest, dass die Frau unter einem falschen Namen gebucht und eine ungültige Kreditkarte hinterlegt hatte. Auch in diesem Fall wurde sie wegen betrügerischer Zahlungsunfähigkeit sowie wegen Identitätsbetrugs angezeigt.

Zechprellerin
Fotos der Zechprellerin hängen mittlerweile in mehreren Lokalen aus.© Privat | Privat

Die Frau ist bereits in anderen Städten Norditaliens wegen ähnlicher Vorfälle bekannt. Ende August soll sie in einem Restaurant in Trient Speisen und Getränke im Wert von mehr als 100 Euro bestellt, sich anschließend aber geweigert haben, die Rechnung zu begleichen. Die Auseinandersetzung mit dem Personal spitzte sich zu. Dabei wurden auch andere Gäste beleidigt. Schließlich wurden die Ordnungskräfte eingeschaltet und eine weitere Anzeige erstattet. Wie viele Schulden die Frau bisher angehäuft hat, ist nicht bekannt. Der Betrag dürfte aber fünfstellig sein.

Essen gehen in Italien: Immer mehr Zechpreller

Das Phänomen der Zechpreller macht der italienischen Gastronomie und der Touristikbranche zunehmend zu schaffen. „Immer häufiger verlassen Gäste unser Hotel, ohne dafür zu bezahlen“, berichtet eine Südtiroler Direktionsassistenz. Dabei geht es um große Summen: Für einen Aufenthalt in einem 5-Sterne-Hotel fallen für ein Paar schnell 2000 bis 3000 Euro an. Bleiben die Urlaubsgäste länger, können es auch über 5000 Euro sein.

Zechprellerin
Die Zechprellerin in einem italienischen Lokal.© Privat | Privat

In Südtirol ist das Problem besonders verbreitet. Im April musste sich ein 48-jähriger Italiener in Bozen vor Gericht verantworten. Ihm wurde betrügerische Zahlungsunfähigkeit im Zusammenhang mit einem Hotelaufenthalt in Südtirol vorgeworfen. Der Richter stufte die Tat jedoch als Betrug ein und verhängte eine Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung sowie eine Geldstrafe von 600 Euro. Der Mann soll zuerst in bekannten Luxushotels logiert, bei der Abreise jedoch keinen Cent bezahlt haben.

Um keinen Verdacht zu erregen, habe er sich als wohlhabender Manager ausgegeben und sei teils sogar mit Luxusautos angereist. Bezahlt worden seien die Rechnungen, die neben dem Aufenthalt auch zahlreiche Extras umfasst haben sollen, aber nicht. Für die Justiz ist der Mann längst kein Unbekannter. Er wurde in Südtirol wegen betrügerischer Zahlungsunfähigkeit in einem Hotel im Eisacktal zu drei Monaten Haft verurteilt. Am Landesgericht Como erhielt er zudem im verkürzten Verfahren sechs Monate Haft wegen Betrugs.