Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an den belgisch-amerikanischen Neutrinoforscher Francis Halzen für entscheidende Beiträge zum Neutrino-Observatorium „IceCube“ und zur Entdeckung hochenergetischer Neutrinos astrophysikalischen Ursprungs. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit.

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Halzen erkannte demnach, dass sich das Eis am Südpol zur Verfolgung von Teilchen nutzen lässt, die als Neutrinos bekannt sind. Seine Vision und seine wissenschaftliche Führungsrolle seien von grundlegender Bedeutung für „IceCube“ gewesen – ein Kubikkilometer Eis, der mit Sensoren ausgestattet ist. Mit dem Observatorium können Forscher Neutrinos aus extrem energiereichen Prozessen im fernen Universum erfassen.
Neutrinos – auch Geisterteilchen genannt – zählen zu den geheimnisvollsten Elementarteilchen. Sie besitzen keine elektrische Ladung und fast keine Masse und reagieren nur sehr schwach mit normaler Materie. Daher ist der Nachweis äußerst schwierig. Ein Neutrino sei ein geisterhafter Bote aus dem Weltraum, sagte der Vorsitzende des Physik-Nobelkomitees, Mark Pearce.
Im Mittel treffen in jeder Sekunde zehn Milliarden Neutrinos auf jeden Quadratzentimeter der Erdoberfläche. Wenigstens einige davon nachweisen sollen große Detektoranlagen wie „IceCube“ im antarktischen Eis.
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Forscher enthält umgerechnet eine Million Euro
Die renommierteste Auszeichnung für Physiker ist in diesem Jahr mit insgesamt zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert, umgerechnet rund einer Million Euro.
Die Nobelstiftung hatte das Preisgeld kürzlich auf zwölf Millionen Kronen angehoben. „In diesem Jahr feiern wir das 125-jährige Bestehen des Nobelpreises. Aus diesem Anlass freuen wir uns, das Preisgeld um eine Million erhöhen zu können“, sagte die Geschäftsführerin der Nobelstiftung, Hanna Stjärne, im September. „Mit der Erhöhung stärken wir die langfristige Bedeutung des Nobelpreises und stellen sicher, dass der finanzielle Teil des Preises seinen Wert dauerhaft behält.“ Der Betrag wurde seit der ersten Verleihung im Jahr 1901 schon mehrfach angepasst.
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Erstmals von einer Frau verkündet
Im 125. Jahr gibt es noch eine Besonderheit: Erstmals in der Geschichte der Stiftung werden die Namen der Nobelpreisträger für Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaften von einer Frau verkündet. Die gebürtige Belgierin Ellen Moons trat zum Jahresstart 2026 ihren Posten als neue Generalsekretärin der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften (KVA) in Stockholm an, die die Nobelpreise in den drei Preiskategorien alljährlich bekanntgibt. Sie ist die erste Frau in diesem Amt seit der Gründung der Akademie im Jahr 1739.
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Im vergangenen Jahr war der Nobelpreis für Physik an die Quantenforscher John Clarke (Großbritannien), Michel Devoret (Frankreich) und John Martinis (USA) gegangen. Sie hatten eine Grundlage für die Entwicklung der nächsten Generation der Quantentechnologie geschaffen, darunter Quantenkryptografie, Quantencomputer und Quantensensoren.
Seit der ersten Preisvergabe im Jahr 1901 sind bislang 229 unterschiedliche Physik-Nobelpreisträger gekürt worden, darunter nur fünf Frauen. Ein Wissenschaftler, der US-Amerikaner John Bardeen, erhielt ihn zweimal. Der erste Preisträger war der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen, der die Auszeichnung 1901 für die Entdeckung der nach ihm benannten Röntgenstrahlen erhalten hatte.
pcl/dpa







