Mehr als eine Woche nach der verheerenden Himalaja-Sturzflut mit mindestens 1280 Toten sind in Nepal zwei in einem Tunnel eingeschlossene Arbeiter gerettet worden. Zwei Minister des Landes bestätigten am Freitag, dass die beiden Verschütteten lebend geborgen worden seien. Derweil suchen die Einsatzkräfte nach weiteren Überlebenden. 

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Laut Energieminister Biraj Bhakta Shrestha wurde ein Mensch „soeben wohlbehalten aus dem Tunnel“ des Wasserkraftwerks Trishuli 3A gerettet. „Wir haben gerade erfahren, dass eine zweite Person gerettet wurde“, fügte Innenminister Sudan Gurung kurz darauf hinzu.

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Rettungskräfte jubelten, als einer der Männer aus dem Schlamm gezogen wurde, wie auf einer vom Energieministerium veröffentlichten Videoaufnahme zu sehen war. Dem geretteten Arbeiter wurde von den Rettern auf die Beine geholfen. Er hob die Hand, während er zu einem Hubschrauber gebracht wurde.

Ein Foto zeigte den zweiten Mann, von Kopf bis Fuß mit Schlamm bedeckt, die Hände zum Gebet gefaltet, während ihn die Retter auf einer Trage wegbringen. Die Retter sprachen von einem „Wunder“. „Ich bin so glücklich, mein Herz ist leichter“, sagte Amir Maharjan, der Bruder des geretteten 45-jährigen Arbeiters Kabir Maharjan, der Nachrichtenagentur afp.

Die nepalesische Armee teilte mit, die beiden Arbeiter würden medizinisch behandelt. „Such- und Rettungsaktionen laufen weiter“, ergänzte sie. Der Zustand der beiden Männer sei laut eines Sprechers bisher stabil.

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Über 1280 Tote nach Sturzflut zwischen Nepal und Tibet

Seit der Sturzflut werden Hunderte Arbeiter vermisst, die in Wasserkraftwerken oder auf Baustellen für neue Staudämme gearbeitet hatten. Nepals Regierung war zunächst davon ausgegangen, dass mehr als hundert von ihnen in einem der verschütteten Tunnel überlebt haben könnten. Bislang waren dort keine Überlebenden gefunden worden. Die Zahl der Todesopfer war zuletzt auf mindestens 1280 gestiegen. In Nepal wurden inzwischen 1259 Leichen geborgen, wie die Katastrophenschutzbehörde in Kathmandu am Donnerstag mitteilte. Chinesische Staatsmedien hatten zuvor 21 Tote in Tibet gemeldet.

Die Sturzflut im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet hatte am Mittwoch vergangener Woche im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet ganze Ortschaften zerstört. Auf beiden Seiten der Grenze suchten Rettungsteams am Donnerstag weiter nach mehr als 5600 Vermissten. In Nepal werden nach Behördenangaben 5083 Menschen vermisst, chinesische Staatsmedien meldeten mehr als 541 Vermisste in Tibet. Unter den Vermissten sind. Hunderte Ausländer, von denen viele auf Trekking- oder Pilgerreisen im Himalaja unterwegs waren.

Ursache der Katastrophe war nach Einschätzung von Fachleuten aus China und den USA ein Gletscherabbruch am mehr als 7000 Meter hohen Berg Langtang Lirung in Nepal. Eine dadurch ausgelöste gigantische Flutwelle aus Wasser, Schlamm und Geröll schoss durch enge Flusstäler und riss auf beiden Seiten der Grenze Häuser, Straßen, Wasserkraftwerke und Menschen mit.

mit afp und dpa