Ein falscher Blick aufs Handy kann in Italien bald teuer werden. Wer mit gesenktem Kopf und auf das Handy starrend eine Straße überquert, soll nach aktuellen Reformplänen mit einem Bußgeld belegt werden. Vorgesehen ist eine Strafe von 75 Euro. Die Regelung ist Teil eines Entwurfs für einen neuen italienischen Straßenverkehrskodex, der derzeit noch geprüft wird. Die Pläne sorgen bereits für Diskussionen, denn die Vorschriften zur Handynutzung würden sich damit künftig nicht mehr ausschließlich an Autofahrer richten.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Nach den bisherigen Plänen soll die Strafe greifen, wenn ein Fußgänger beim Überqueren der Straße durch ein Smartphone oder ein anderes elektronisches Gerät abgelenkt ist. Dabei soll es keine Rolle spielen, ob die Straße auf einem Zebrastreifen oder an einer anderen Stelle überquert wird. Zu groß ist die Gefahr durch Ablenkung im Straßenverkehr, so die Begründung.
Auch interessant
Pläne für Italiens Handyverbot sollen im Herbst finalisiert werden
Die geplante Strafe von 75 Euro fällt deutlich niedriger aus als die Sanktionen für Autofahrer, die während der Fahrt unerlaubt ein Mobiltelefon benutzen. Dennoch wäre die Regelung ein deutlicher Schritt: Auch Fußgänger würden stärker für ein Verhalten zur Verantwortung gezogen, das die Verkehrssicherheit beeinträchtigen kann. Ein vollständiges Handyverbot für Fußgänger ist allerdings nicht vorgesehen. Wer auf dem Gehweg unterwegs ist, soll das Smartphone weiterhin benutzen dürfen. Auch Freisprecheinrichtungen und Kopfhörer sollen grundsätzlich erlaubt bleiben, sofern sie die Sicherheit nicht beeinträchtigen.
Die neuen Vorschriften sind bislang nicht beschlossen. Verbände und betroffene Organisationen sollen noch bis zum 13. September Stellung zu dem Entwurf nehmen. Mit einer finalen Fassung wird nach den derzeitigen Plänen Mitte Oktober gerechnet. Auch für Autofahrer sind im Rahmen der Reform strengere Regeln zur Smartphone-Nutzung vorgesehen.
- Sommerurlaub: Hitze – Arzt warnt vor diesen Urlaubszielen und nennt 4 Kriterien
- Urlaubsplanung: „Touristen sind wie Lemminge“ – Wohin Sie nicht reisen sollten
- Fliegen: Flugangst: Piloten verraten, welche Tipps wirklich helfen
- Beliebte Insel: Mallorca als Sauf-Hotspot? Experte: „Ehefrau ist nicht dabei“
- Reisen: Mäuse, Dreck, Verspätung: Wie schlimm ist es im FlixTrain?
Mehr Verkehrssicherheit in Italien: Das ist geplant
Berichte über angeblich geplante Einschränkungen für Autofahrerinnen und Autofahrer über 85 Jahre wurden vom italienischen Verkehrsministerium dagegen zurückgewiesen. Auf ausdrücklichen Wunsch von Verkehrsminister Matteo Salvini seien entsprechende Bestimmungen bereits aus dem Entwurf der neuen Straßenverkehrsordnung gestrichen worden. Dazu hätten ein Verbot von Fahrten auf Autobahnen, eine Beschränkung auf Fahrten in einem Radius von 100 Kilometern um den Wohnort sowie ein absolutes Alkoholverbot gehört. Mit der Streichung dieser Vorgaben solle eine Diskriminierung älterer Verkehrsteilnehmer verhindert werden, meinte Salvini. Allerdings sind für Menschen über 85 Jahre genauere medizinische Untersuchungen vorgesehen, um ihre Fahrtauglichkeit zu überprüfen.
Mit der neuen Straßenverkehrsordnung will Italien die Zahl der Toten auf den italienischen Straßen reduzieren. Nach Angaben des Statistikamts Istat kamen 2025 bei Verkehrsunfällen 2868 Menschen ums Leben. Das waren 5,3 Prozent weniger als im Vorjahr und erstmals seit 2020 wieder weniger als 3000 Verkehrstote. Gleichzeitig stieg die Zahl der Unfälle mit Verletzten auf 177.207, ein Plus von 2,2 Prozent. Insgesamt wurden 237.822 Menschen verletzt. Besonders stark ging die Zahl der getöteten Fußgänger zurück: 419 Menschen starben, 10,9 Prozent weniger als 2024. Dagegen nahm die Zahl der Todesopfer unter Radfahrern und E-Scooter-Fahrern zu. Insgesamt kamen 253 Menschen bei Unfällen mit Fahrrädern, E-Bikes und E-Scootern ums Leben.





