Das Meer vor Mallorca hat einen neuen Temperaturrekord erreicht. Vor der Insel Dragonera wurden am Mittwochnachmittag 33,02 Grad Celsius gemessen – so warm war das Wasser dort nach den vorliegenden Aufzeichnungen bislang nicht. Die Messung erfolgte um 16 Uhr an einer Boje der spanischen Hafenbehörde. Auch der spanische Wetterdienst Aemet bestätigte den außergewöhnlichen Wert.

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Bei der genauen Höhe der Rekordtemperatur gibt es allerdings unterschiedliche Angaben. Der balearische Meteorologe Duncan Wincen nannte laut „Mallorca Magazin“ einen Wert von 32,71 Grad. Nach seinen Angaben handelt es sich ebenfalls um die höchste jemals vor Mallorca gemessene Meerestemperatur – möglicherweise sogar um einen Spitzenwert für das gesamte Mittelmeer.
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Der neue Höchststand übertraf den bisherigen Rekord vor Mallorca deutlich. Dieser lag bei 31,9 Grad und war am 12. August 2024 ebenfalls an der Messstation vor Dragonera registriert worden.
Das Mittelmeer verliert seine kühlende Wirkung
Die außergewöhnliche Wärme ist auch für Urlauber und Einheimische spürbar. Viele Badegäste berichten laut dem „Mallorca Magazin“, dass das Meer derzeit kaum noch Abkühlung bringe und sich eher wie eine warme Badewanne anfühle. Nach dem Rekord sank die Temperatur an der Messstelle wieder etwas ab. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurden 29,33 Grad gemessen. Dennoch bleibt das Wasser ungewöhnlich warm.
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Auch an anderen Stellen des Mittelmeers liegen die Temperaturen derzeit vielerorts zwischen 25 und 29 Grad. Temperaturen, die sonst eher mit tropischen Gewässern verbunden werden. Zum Vergleich: Nordsee und Ostsee erreichen laut Wetteronline aktuell deutlich niedrigere Werte von etwa 21 Grad.
Warmes Meer kann Wetterextreme verstärken
Die hohen Wassertemperaturen könnten nicht nur Auswirkungen auf Badegäste haben. Das aufgeheizte Meer speichert große Mengen Energie und kann dadurch die Entwicklung kräftiger Gewitter begünstigen. Unter bestimmten Bedingungen kann warmes Mittelmeerwasser auch die Entstehung sogenannter Medicanes unterstützen – mediterraner Wirbelstürme, die tropischen Stürmen ähneln.
Nach Angaben des EU-Beobachtungsprogramms Copernicus Marine Service lag die globale durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur im Juni 2026 bei einem Rekordwert von 24,3 Grad Celsius. Die Entwicklung fällt in eine Zeit, in der auch die Lufttemperaturen in Südeuropa regelmäßig Spitzenwerte erreichen.
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Erwärmung bedroht das Ökosystem
Die steigenden Temperaturen verändern zunehmend auch die Bedingungen im Meer. Forscher des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung weisen darauf hin, dass sich in warmen, nährstoffreichen und wenig bewegten Küstengewässern Algen und Bakterien stärker ausbreiten können. Das Wasser kann sich dadurch verfärben und eintrüben. Für Badegäste können solche Bereiche problematisch sein: Mögliche Folgen reichen von Hautreizungen über Magen-Darm-Beschwerden bis zu Ohrenentzündungen.
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Mit zunehmender Erwärmung kann zudem der Sauerstoffgehalt des Wassers sinken. Fachleute sprechen dann von Hypoxie, bei einem vollständigen Sauerstoffmangel von Anoxie. Besonders gefährdet sind Meeresregionen, in denen Tiere nicht ausweichen können. Ein solcher Sauerstoffmangel kann zu einem Massensterben führen.
Warum das Mittelmeer besonders empfindlich ist
Das Mittelmeer gilt als besonders anfällig für die Folgen steigender Temperaturen. Anders als offene Ozeane ist es fast vollständig von Land umgeben und nur über die Straße von Gibraltar mit dem Atlantik verbunden. Der Austausch von Wassermassen ist deshalb begrenzt.
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Besonders gefährdet sind abgeschlossene Buchten und Küstenbereiche, in denen zusätzlich Nährstoffe aus Landwirtschaft oder unzureichender Wasseraufbereitung ins Meer gelangen. Dort können Algenblüten entstehen. Sterben die Algen ab, verbraucht ihr Abbau wiederum Sauerstoff – ein Kreislauf, der die Situation weiter verschärfen kann.
Ähnliche Entwicklungen wurden in den vergangenen Jahren bereits in Teilen der Adria beobachtet, unter anderem in Kroatien und Italien. Dort führten Algenvorkommen zeitweise zu Badeverboten und Warnungen für Urlauber.








