Der frühe Tod der Schauspielerin Luna Jordan erschüttert die Filmbranche. Unter Instagram-Posts nehmen nicht nur zahlreiche Fans Abschied, sondern auch viele ehemalige Kolleginnen und Kollegen. „Unbegreiflich. Mein Beileid und Mitgefühl, von ganzem Herzen“, schreibt etwa Alexandra Maria Lara. „Du wirst uns sehr fehlen“, schreibt Lea van Acken, gefolgt von dem Kommentar „Luna! Ich kann es nicht fassen! Du wunderbare Luna“ von Schauspieler Hans Jochen Wagner. Abschied nehmen auch Emilia Schüle, Edin Hasanović und Désirée Nosbusch.

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Den Tod selbst hatte die Agentur von Luna Jordan bekannt gemacht, unter Berufung auf die Familie. Die 25-Jährige sei am 13. Mai 2026 „plötzlich und unerwartet“ verstorben. Bekannt war sie unter anderem aus „Jenseits der Spree“, „Euphorie“ und „Run me wild“. Zuletzt arbeitete die geborene Berlinerin an der Serie „Hamburg Days“ über die Beatles. Darin sollte sie Astrid Kirchherr spielen. Eine Fotografin und Künstlerin, die weltweit für die Bilder der Band aus Liverpool bekannt war. Es sollte Jordans bisher größte Rolle werden.
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NDR-Doku: Luna Jordan berichtet von prägender Kindheit als Kinderstar
Zuletzt sorgte die 25-Jährige mit einem Auftritt in einer NDR-Doku über Kinderschauspieler für Aufsehen. Neben Nick Romeo Reimann und Constantin von Jascheroff gab sie Einblicke hinter die Kulissen von Kinder- und Jugendschauspielern. Jordan selbst spielte ihre erste Rolle im Jahr 2012. Von da an sah man sie regelmäßig im deutschen Film, mitunter auch am Theater.
„Ab dem Punkt, wo ich das selber auch wollte, und mir das Spaß gemacht hat, ab dem Punkt hat sich alles verändert in meiner Kindheit“, so Jordan in der Doku. Aber sie sei froh, dass sie immer sehr anspruchsvolle und vielschichtige Rollen bekommen habe. „Und nicht irgendwie die perfekte Tochter, everyone’s Darling.“ Vielleicht habe sie dadurch erst die Passion für den Beruf als Schauspielerin bekommen.
Jordan sprach in der Doku jedoch auch viel über die Schattenseiten genau dieses Berufs. „Ab einem gewissen Punkt hatte ich Projekte, die inhaltlich schwieriger wurden.“ Es seien Rollen gewesen, die gesellschaftliche Themen behandelt haben. Suizid, häusliche Gewalt, sexuelle Gewalt, mentale Gesundheit. „Ich bin davon überzeugt, dass man immer etwas mitnimmt von jeder Produktion, von jeder Figur.“

Je nach Projekt denke sie lange darüber nach, ob das wirklich gut für sie sei, sagte die Schauspielerin. Vor solchen Projekten stellte sie sich die Frage, wie sie es schafft, gesund aus dieser Arbeit herauszukommen. Ein Learning aus früheren Zeiten. „Ich kann mich nicht mehr zerstören für solche Projekte.“ Sonst könne sie diesen Beruf mit 25 Jahren nicht mehr machen.
Jordan über Überforderung: Rollen führten zur Selbstaufgabe
„Man darf sich einfach nicht aus den Augen verlieren während so einer Produktion“, betonte Jordan damals. Am Abend müsse man sich noch im Spiegel erkennen können. Eine lange Zeit aber habe sich Jordan selbst nicht erkannt, sagt sie selbst in der Doku. Gerade in den Anfangsjahren habe sie sich sehr stark in Projekte hineingestürzt. Das sei ihre neue Realität, gar ihr neues Ich gewesen. Ihr Leben drumherum habe Jordan vernachlässigt.
„Ich dachte, ich funktioniere nur so und kann meine schauspielerische Leistung nur so erbringen, wenn ich mich so aufgebe und kaputtmache für das Projekt.“ Sie sei bei Szenen in einen Zustand gekommen, aus dem sie nicht mehr herausgefunden habe. Als Jordan Details ausfuhr, kämpfte sie mit den Tränen. Diese Erfahrungen am Filmset seien für sie absurd gewesen. Vor allem, weil sie niemanden gehabt habe, mit dem sie darüber sprechen konnte.
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Am Ende der Doku zog Jordan ein wohlwollendes Fazit. Zwar würde sie durchaus interessieren, wie ihr Weg verlaufen wäre, wäre sie keine Schauspielerin geworden. „Aber ich werde es nie wissen und ich bin auch krass dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, so früh zu drehen und zu spielen“, so die Berlinerin. Es habe ihr sehr viele tolle Türen im Leben geöffnet. Sie habe tolle Erfahrungen gemacht, die andere nie machen. „Ich bin stolz auf mich“, sagte sie daraufhin.
Auf die finale Frage des NDR, ob sie ihren Weg noch einmal so gehen würde, hatte Jordan dennoch eine eindeutige Antwort: „Nein.“ Rückblickend hätte sich Jordan eine gesunde Jugend gewünscht – „ohne all diese Gedanken und Verwirrungen und Gefühle, die durch das Versagen von anderen ausgelöst wurden“. Die Schauspielerin hätte sich gewünscht, dass sie das in den jeweiligen Situationen bereits erkannt hätte. Oder es eine Person gegeben hätte, die sie schützt. „Und das ist einfach nicht passiert.“

Luna Jordan bricht Schweigen über sexuellen Missbrauch in der Filmbranche
Es war nicht das erste Mal, dass Luna Jordan über ihre persönlichen Erfahrungen als Schauspielerin in der Filmbranche gesprochen hat. Besondere Aufmerksamkeit bekam sie im Juli 2022 bei der Verleihung des österreichischen Filmpreises. Die damals 21-Jährige wurde als beste weibliche Nebenrolle für den Film „Fuchs im Bau“ ausgezeichnet. Ihre Dankesrede nutzte Jordan, um ein Zeichen gegen sexuellen Missbrauch in der Branche zu setzen.
„Ich bin gerade mal 20 Jahre alt, und ich bin bereits viermal Opfer von sexuellem Missbrauch an Filmsets und Theaterhäusern geworden.“ Das sollte zwar nicht normal sein, sei es aber. „Und ich bin nicht die einzige“, betonte Jordan. Aber viele Betroffene hätten Angst, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Daher appellierte die junge Schauspielerin: „Lasst uns gemeinsam das Schweigen brechen.“ Auf diese Rede folgten Standing Ovations im Publikum.











