Bei strahlendem Frühlingswetter legen täglich Fähren voller Touristen im Hafen von Marina Grande an, dem zentralen Anlaufpunkt der Ferieninsel Capri im Golf von Neapel. Kaum an Land, werden die Besucher von Einheimischen umringt, die ihnen alles Mögliche anbieten – von Restaurantbesuchen über Hotelzimmer und Taxis bis hin zu Bootsausflügen. Der Trubel ist bei jeder Ankunft groß.

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Nun greift die Gemeinde durch: Künftig drohen empfindliche Geldstrafen für Personen, die Feriengäste aufdringlich ansprechen und ihnen ungefragt Dienstleistungen oder Angebote unterbreiten. Die Maßnahme richtet sich insbesondere gegen Händler, die Passanten zum Verzehr von Speisen und Getränken in ihre Lokale drängen, sowie gegen Anbieter touristischer Dienstleistungen wie Inselrundfahrten, Bootstouren oder Führungen. Unter anderem ist inzwischen auch das Verteilen von Prospekten, Flyern oder Visitenkarten im öffentlichen Raum verboten. Verstöße werden mit Geldstrafen von bis zu 500 Euro geahndet.

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Urlaub in Italien: Stadtbild auf Capri von Massentourismus bedroht

Die Regelung basiert auf einem Beschluss des Gemeinderats unter Leitung von Bürgermeister Paolo Falco und trat am 7. April in Kraft. In der Begründung verweist die Gemeinde auf die negativen Folgen des Massentourismus und betont, dass das Ziel darin bestehe, die Aufenthaltsqualität für Besucher zu verbessern. „Wir verstehen das Bedürfnis, Werbebotschaften zu verbreiten, machen jedoch keine Abstriche bei der Notwendigkeit, dass dies mit der Höflichkeit und Eleganz geschieht, die zu Capri passen“, erklärte Falco.

Die Verordnung erläutert zudem die Dimension des Problems: „Die große Zahl an Touristen, die täglich das historische Zentrum und den Hafenbereich besuchen, erfordert die Wahrung eines gepflegten Erscheinungsbildes sowie einen reibungslosen Fußgänger- und Fahrzeugverkehr – ohne dass Besucher ständig von Gewerbetreibenden angesprochen und aufgehalten werden.“ Die Gemeinde betont, dass ein rasches Eingreifen notwendig sei, um „schwere Beeinträchtigungen des Stadtbildes und der Lebensqualität sowie der freien Nutzung öffentlicher Räume durch Bürger und Touristen zu vermeiden.“

Für mehr Ordnung: Diese Regeln müssen Touristen beachten

Capri ist eine kleine, felsige Insel im Golf von Neapel und eines der bekanntesten Urlaubsziele Italiens. Berühmt ist sie für ihre spektakulären Steilküsten, das klare, türkisfarbene Meer und Sehenswürdigkeiten wie die Blaue Grotte. Seit Jahrhunderten gilt Capri als exklusiver Rückzugsort und zieht Besucher aus aller Welt mit einer Mischung aus Natur, Luxus und mediterranem Flair an. Zu den Stammgästen der Insel zählen Stars wie Madonna, Jennifer Lopez und Mark Zuckerberg.

Die Insel versucht seit jeher, ihre Eigenart trotz zunehmendem Massentourismus zu bewahren. Bereits seit den 1960er-Jahren bestehen Vorschriften, die etwa das Tragen von Holzsandalen in den engen Gassen, laute Radios oder nächtliches Lagern im Freien untersagen. Angesichts stark steigender Besucherzahlen – in Spitzenzeiten bis zu 50.000 An- und Abreisen täglich – hat die Gemeinde im vergangenen Jahr neue Regeln beschlossen: Organisierte Touristengruppen dürfen künftig höchstens 40 Personen umfassen.

Zusätzlich sieht die Richtlinie vor, dass Gruppen ab 20 Personen verpflichtend mit Kopfhörern ausgestattet werden, um die Erklärungen der Reiseführer zu hören. Die Führer müssen ihre Gruppen mit gut sichtbaren Tafeln und nicht mit Regenschirmen, Tüchern oder anderen schwer erkennbaren Objekten kennzeichnen. Außerdem sind sie verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Gruppen geschlossen bleiben, keine Wege blockieren und sich nicht über die Straßen verteilen. Die Regelung richtet sich insbesondere auf die Sommermonate und soll für mehr Ordnung bei Ankünften und Abfahrten sorgen.