- Auf Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro wurden extreme Regenmengen erwartet
- Schulen und Kindergärten blieben geschlossen, Inselbewohner sollten zu Hause bleiben
- Doch das Unwetter bringt auch Gutes mit sich: Die Stauseen sind erstmals seit Jahren wieder gut gefüllt
Seit Mitte der Woche hatten die Menschen auf den beliebten Kanarischen Inseln mit außergewöhnlichen Regenmengen zu kämpfen. Der Großteil des Regens wurde für das Wochenende erwartet. Mehrere Medien berichteten, es seien regional mehr als 300 Liter Regen pro Quadratmeter zu erwarten. „Es wird womöglich Regenmengen geben, wie sie seit Menschengedenken nicht gefallen sind in kurzer Zeit“, warnte Wetterexperte Jörg Kachelmann auf X.
Unwetter auf den Kanaren: So heftig schlugen die Regenmassen ein
Spanische Medien berichteten von Überschwemmungen in niedrig gelegenen Gebieten, entwurzelten Bäumen, Erdrutschen, ramponierten Uferpromenaden, Stromausfällen und Felsstürzen. Stellenweise wurde binnen weniger Tage die doppelte durchschnittliche Regenmenge eines ganzen Jahres gemessen. Mehr als 20 Flüge fielen aus, einige mussten umgeleitet werden. Laut „Teneriffa-News“ soll ein 79-Jähriger auf El Hierro gestorben sein, nachdem ihn Rettungskräfte aus dem Meer geborgen hatten. Reanimationsversuche blieben erfolglos.
Trotz der Sturmfolgen freuten sich viele Menschen den Berichten zufolge aber auch über die nun gut gefüllten Stauseen. In dem Ort San Nicolás auf Gran Canaria läuteten sogar die Kirchenglocken, weil drei größere Stauseen in der Region so voll waren, dass sie überliefen. Damit sei die landwirtschaftliche Bewässerung auf den sonst eher von Trockenheit geplagten Inseln für mehrere Jahre gesichert, schrieb die Zeitung „Canarias7“.

Bereits am Donnerstag wurden auf den Inseln Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro alle Schulen und Kindergärten geschlossen, für Freitag dann sogar auf allen acht Kanaren-Inseln, die vor der Westküste Afrikas im Atlantik liegen und zu Spanien gehören. Die Behörden riefen dazu auf, wo immer möglich von zu Hause aus zu arbeiten, wie die Zeitungen „La Provincia“ und „Canarias7“ berichten.
Für Teneriffa, La Palma, El Hierro und Gran Canaria galten zunächst gelbe Warnungen wegen Wind und hohem Seegang. Mittlerweile stufte der spanische Wetterdienst Aemet die Lage in Teilen der Inseln auf Orange hoch – wegen ergiebiger Regenfälle. Bereits am Mittwoch wurden Böen von mehr als 70 Kilometern pro Stunde und Wellen von bis zu fünf Metern erwartet.

Der Teide-Nationalpark und das Teno-Gebirge sind gesperrt, ein geplantes Trailrunning-Rennen, „Tenerife Bluetrail“, wurde abgesagt. Die Sturmfront wird sich laut Aemet von Westen nach Osten über die Inseln ziehen und sich bis einschließlich Sonntag weiter ausweiten. Neben Sturmböen und Starkregen ist in den höheren Lagen auch Schnee möglich. Wetter-Mann Jörg Kachelmann warnte eindrücklich in den sozialen Medien: „Bitte von Freitag bis Sonntag auf allen südwestlichen Inseln der Kanaren an einem sicheren Ort sein, besonders im Westen von La Palma sowie im Süden von Teneriffa und Gran Canaria.“
Sturzfluten und Erdrutsche zu erwarten
Auf steigende Regenfälle könnten Sturzfluten und Erdrutsche die Folge sein. Diese könnten zu erheblichen Schäden führen und niedriger gelegene Gebiete unter Wasser setzen. Autos, Straßen und sogar Hafenanlagen seien gefährdet.
Es wurde erwartet, dass mit zunehmendem Sturm weitere Flüge ausfallen und Fähren zwischen den Inseln in den Häfen bleiben könnten. Schon bisher wurden mehrere Flüge vor allem zu den am westlichsten gelegenen Inseln La Palma und El Hierro zu anderen Flughäfen umgeleitet.
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Auf La Palma sowie den Süd- und Westseiten der höheren Inseln sind Regenmengen von 20 bis 30 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde möglich. In zwölf Stunden könnten stellenweise mehr als 60 Liter zusammenkommen. Über den gesamten Unwetterzeitraum hält der spanische Wetterdienst in den besonders betroffenen Gebieten sogar mehr als 300 Liter pro Quadratmeter für möglich. Am Freitag sollen sich die Niederschläge auf die östlichen Inseln ausweiten.
Bitte von Freitag bis Sonntag auf allen südwestlichen Inseln der Kanaren an einem sicheren Ort sein, besonders im Westen von La Palma sowie im Süden von Teneriffa und Gran Canaria.
— Jörg @kachelmann anderswo: @realkachelmann (@Kachelmann) 17. März 2026
Es wird womöglich Regenmengen geben, wie sie seit Menschengedenken nicht gefallen sind in kurzer…
Schnee und hohe Wellen sorgen auf Kanaren für Wetterwarnungen
Die Schneefallgrenze sinkt laut „Teneriffa News“ auf 1800 bis 2000 Meter. In den Hochlagen Teneriffas und La Palmas sei mit Schnee zu rechnen. Auch auf See wird sich die Lage höchstwahrscheinlich verschlechtern. Wellenhöhen von bis zu fünf Metern werden erwartet, Küstenwarnungen gelten auf allen Inseln.
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Die Regionalregierung hat Alarmstufen wegen hoher Wellen auf allen Inseln sowie für Wind in der westlichen Provinz und auf Gran Canaria ausgerufen. Zusätzlich bestehen Vorwarnungen vor Regen, Gewittern, Erdrutschen und Überflutungen. Für Fuerteventura und Lanzarote gilt beim Wind zunächst Voralarm. Am Sonntag könnte der Wind den aktuellen Prognosen zufolge nachlassen.
mit dpa




