Ich lebe seit Jahren in Mexiko. Mit meiner Familie wohne ich in der schönen Stadt Playa del Carmen, im Bundesstaat Quintana Roo. Mein Mann Carlos ist Mexikaner, unsere Kinder Isabella (4) und Santiago (2) wachsen zwischen Spanisch und Deutsch auf. Für viele in Deutschland klingt unser Leben nach Karibik, Strand und Sonne. Und ja, das ist es oft auch. Doch in diesen Tagen fühlt sich selbst das Paradies fragil an.
Auslöser der jüngsten Unruhen waren sicherheitsrelevante Entwicklungen im Westen des Landes rund um das Kartell Cártel Jalisco Nueva Generación (CJNG). Nach dem Tod von Drogenboss „El Mencho“ kam es in vielen Teilen Mexikos zu schwerer Gewalt. Dutzende Tote wurden gemeldet. Bewaffnete Bandenmitglieder setzten unzählige Autos und Geschäfte in Brand, vor allem die Städte Guadalajara und Puerto Vallarta waren betroffen. Zeitweise wurde der Flugbetrieb eingeschränkt, mehrere Straßen wurden blockiert, Geschäfte schlossen aus Vorsicht. Es waren gezielte Nadelstiche – keine flächendeckenden Gefechte, aber deutliche Machtdemonstrationen. Es waren Bilder, die man sonst nur aus den Actionfilmen kennt.
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Quintana Roo liegt von den aktuellen Brennpunkten zwar geografisch weit entfernt. Und doch waren die Auswirkungen auch hier spürbar. In unserer Stadt Playa del Carmen wurden mehrere Fahrzeuge in Brand gesetzt. Ganze Einkaufszentren schlossen vorübergehend. Die Gated Community (bewachte Wohnanlage), in der wir leben, verriegelte die Tore, Sicherheitskräfte kontrollierten strenger als sonst. Die Autobahn Richtung Cancún war zeitweise komplett gesperrt. Offizielle Informationen kamen verzögert, während in Whatsapp-Gruppen längst Gerüchte kursierten.





