Eine besondere Immobilie steht derzeit in Venedig zum Verkauf: Der historische Palast Ca‘ Dario, ein nobler Palazzo aus dem 15. Jahrhundert mit neun Schlafzimmern, acht Bädern und einer Gesamtfläche von 1055 Quadratmetern sucht einen neuen Besitzer. Einen Käufer zu finden, könnte jedoch schwierig werden. Der Grund: Die Immobilie gilt als verflucht. Viele ehemalige Besitzer kamen auf tragische Weise ums Leben.

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2006 wurde der Palast von einem Amerikaner erworben, der sich nun von Ca‘ Dario trennen möchte. Acht Millionen Euro zahlte er damals für den 1487 errichteten Palast. Zuvor hatte der Palazzo zehn Jahre lang leer gestanden, da sich kein Käufer fand.
Der Palast erstreckt sich über zwei Etagen und verfügt über eine prachtvoll dekorierte Treppe, eine Bibliothek, Dienstwohnungen sowie eine Panoramaterrasse. Bereits 2024 war der Palazzo zum Verkauf angeboten und anschließend wieder vom Markt genommen worden; jetzt ist er erneut auf der Website des Maklers Engel & Völkers gelistet. Über den Verkaufspreis wird Stillschweigen gewahrt.
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Palazzo Ca‘ Dario: Das Gebäude gilt als „Unglückshaus“
Errichtet wurde der Palast 1489 von Giovanni Dario, einem venezianischen Botschafter am Hof des Sultans Mehmed II. Ca‘ Dario gilt als architektonisches Meisterwerk, das Renaissance-Eleganz und venezianischen Charme vereint. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich um den Palast eine geheimnisvolle Aura gebildet. In über fünf Jahrhunderten erlebten einige seiner Eigentümer ein tragisches Ende, was dem Gebäude den Ruf eines „Unglückshauses“ einbrachte. Dennoch konnten diese düsteren Legenden weder die Eigentümerwechsel noch die Investitionen in den Erhalt des Palazzos aufhalten.
Der Palast liegt im prestigeträchtigen venezianischen Viertel Sestiere Dorsoduro, zwischen der Kirche Santa Maria della Salute und dem Markusplatz. „Jeder Winkel dieses Palasts spiegelt die Kunst, Geschichte und Kultur einer Stadt wider, die über Jahrhunderte eine Brücke zwischen Orient und Okzident war. Ca‘ Dario ist nicht nur eine Immobilie: Es ist ein Stück Geschichte, eine noble Residenz mit tiefen Wurzeln und einer leuchtenden Zukunft – perfekt für alle, die Eleganz, Prestige und eine authentische Verbindung zum exklusivsten Venedig suchen“, heißt es im Inserat des Maklers.
Ca‘ Dario ist nicht nur eine Immobilie: Es ist ein Stück Geschichte.
Zitat aus dem Inserat
Palazzo in Venedig: Der „Fluch“ schreckt Kaufinteressenten ab
Zu den letzten Besitzern des Palazzo mit marmornen Renaissance-Fassaden gehörte der italienische Großunternehmer Raul Gardini, der das Haus am Höhepunkt seines wirtschaftlichen Erfolgs erwarb. Gardini war Anfang der 1990er-Jahre in eine ausgedehnte Korruptionsaffäre verwickelt und beging 1993 Selbstmord. Seitdem hatten sich mehrere Prominente, darunter Starregisseur Woody Allen, für den Palazzo interessiert. Doch alle sprangen im letzten Moment ab – angeblich, nachdem sie vom „Fluch“ erfahren hatten.
Seit seiner Errichtung sind der Legende nach fast alle Besitzer des kleinen windschiefen Marmorpalasts auf tragische Weise ums Leben gekommen. Die Chronik der unheilvollen Ereignisse ist lang: Es ist die Rede von Selbstmorden, plötzlichen Erkrankungen, Meuchelmorden und Exzessen aller Art. Im 19. Jahrhundert stand Ca‘ Dario jahrzehntelang leer, nicht einmal die Gemeinde Venedig wollte den Palazzo erwerben.
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Tragisches Schicksal: Viele ehemalige Besitzer kamen ums Leben
Als sich endlich neue Besitzer fanden, nahm das Unglück wieder seinen Lauf: Der französische Dichter Henri Regnier (1864-1936) starb bald nach seinem Einzug. Ein weiterer Eigentümer wurde von seinem Diener erschlagen. In den 1970er-Jahren spielten sich im Palast Drogenorgien mit tödlichem Ausgang ab. Ende der Siebzigerjahre kaufte Christopher „Kit“ Lambert, Produzent und Manager der Rockgruppe The Who, den Palazzo. Kurz nach dem Erwerb stürzte Lambert von den Treppen der Londoner Wohnung seiner Mutter und starb.
Anfang der 1980er-Jahre erwarb der venezianische Unternehmer Fabrizio Ferrari Ca‘ Dario und bezog den Palazzo mit seiner Schwester Nicoletta. Kurz nach Abschluss der Transaktion geriet er in finanzielle Schwierigkeiten, und seine Schwester starb bei einem Autounfall ohne Zeugen. Ferrari versuchte, das Haus zu verkaufen. Zu den Interessenten gehörte der italienische Startenor Mario Del Monaco, der sich jedoch zurückzog, nachdem er bei einer Reise nach Venedig einem Autounfall nur knapp entkommen sein soll. Statt Del Monaco erwarb der Großunternehmer Gardini den Palazzo.
Vergeblich hatten Gardinis Erben mit der Guggenheim-Stiftung über einen Verkauf verhandelt. Auch die Unternehmerfamilie Benetton, die mehrere Paläste in Venedig besitzt, ließ sich nicht zum Kauf überreden. Nun darf der Palast mit einem möglichen neuen Besitzer auf eine bessere Zukunft hoffen.







