Im August dieses Jahres war ein Polizist im Dienst in Völklingen erschossen worden – mit einer Dienstwaffe: Nun hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken (Saarland) Anklage gegen den 18 Jahre alten Tatverdächtigen erhoben. Ihm werden unter anderem Mord und versuchter Mord vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft Saarbrücken mitteilte. Sie gehe davon aus, dass die Mordmerkmale Verdeckungsabsicht, Mordlust und grausame Begehungsweise vorliegen.

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Der Vorfall ereignete sich am 21. August 2025 im saarländischen Völklingen. Nach einem Tankstellen-Überfall war der 34 Jahre alte Polizist Simon Bohr mit einem Kollegen und einem Kommissaranwärter zum Einsatz ausgerückt. Sie verfolgten den 18 Jahre alten Verdächtigen, dem es im Zuge eines Handgemenges gelungen sein soll, die Dienstwaffe des Kommissaranwärters an sich zu nehmen. Damit soll er dann auf den 34-jährigen Polizisten geschossen haben – und alle 17 Patronen aus der Polizeiwaffe abgefeuert haben.
Völklingen: Tatverdächtiger feuerte 17 Patronen auf Polizisten ab
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 18-Jährigen mit deutscher und türkischer Staatsangehörigkeit vor, am Abend des 21. August zunächst mit einem Messer eine Tankstelle in Völklingen überfallen zu haben. Dabei habe er rund 600 Euro Bargeld erbeutet. Auf der Flucht sei er danach in der Innenstadt von dem Polizeioberkommissar und seinen Kollegen gestellt worden, darunter auch einem Kommissaranwärter.
„Im Zuge eines Gerangels zwischen dem Angeschuldigten und dem Kommissaranwärter soll der Angeschuldigte die in einem verschlossenen und funktionsfähigen Holster befindliche Dienstwaffe des Kommissaranwärters an sich gebracht und ihn weggestoßen haben“, schreibt die Staatsanwaltschaft. Der Einsatz eines Tasers sei ohne Wirkung geblieben.
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Dann schoss der Tatverdächtigte: Der Polizist wurde unter anderem an Kopf und Rumpf getroffen. Der Täter soll sechsmal auf sein Opfer geschossen haben, als es bereits am Boden lag. Der Angeschuldigte soll die Schüsse „in Tötungsabsicht und deshalb abgegeben haben, um seine Festnahme und Identifizierung wegen des vorangegangenen Tankstellenüberfalls zu verhindern“, hieß es von der Staatsanwaltschaft.
In Folge von Blutverlust starb der Polizist im Krankenhaus. Der Verdächtige versuchte nach der Tat zu flüchten. Er wurde kurze Zeit später von zwei Schüssen weiterer herbeigeeilter Polizeibeamter getroffen und festgenommen. Seitdem ist er in Untersuchungshaft.
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Das Landgericht Saarbrücken muss nun über eine Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Da der Mann zur Tatzeit erst 18 Jahre alt war und deshalb neben Erwachsenenstrafrecht auch die Anwendung von Jugendstrafrecht in Betracht komme, erfolgte die Anklageerhebung vor der Jugendkammer des Gerichts. Das Landgericht werde auch darüber entscheiden, ob eine Sicherungsverwahrung vorzubehalten sei. Der Verdächtige hat sich laut Staatsanwaltschaft nicht zu den Tatvorwürfen eingelassen.
viv/dpa








