Distanz-Elektroimpulsgerät (DEIG) oder auch schlicht Taser genannt – Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will, dass die Elektroschocker künftig auch bei der Bundespolizei eingesetzt werden. Der Taser sei „ein geeignetes Mittel, um auf die gestiegene Bedrohung der Polizei im öffentlichen Raum zu reagieren“, hatte Dobrindt im Interview mit dieser Redaktion erklärt. Er wirke „genau an der Schnittstelle zwischen Schlagstock als Nahwaffe und der Pistole als Fernwaffe“.

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Polizisten sollen also mit einem Taser potenzielle Angreifer auf Distanz halten können – ohne die eigene Schusswaffe einsetzen zu müssen. Konkret schießt der Beamte dabei aus einer Distanz von mehreren Metern mit Draht verbundene Pfeile ab, die mehrere Millimeter tief in die Haut eindringen und einen Stromimpuls abgeben. Der Strom wirkt sich derart auf Nerven und Muskeln aus, dass für Sekunden völlige Handlungsunfähigkeit bestehen soll. Wie fühlt sich das an?

Taser: Experte schildert die Wirkung der Elektroschocker

„Ich ging unmittelbar zu Boden. Ich konnte nichts mehr machen“, sagte der Bezirksvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Ravensburg, Marcus Haider, der auch als Einsatztrainer arbeitet, Mitte April der Nachrichtenagentur dpa.

Bei der Bundespolizei kommen die Geräte bislang nicht flächendeckend zum Einsatz. Laut „Rheinischer Post“ erproben die Bundesbeamten 240 Taser an 15 Bahnhofsdienststellen. Von einigen Ländern werden die Taser seit wenigen Jahren im regulären Streifendienst eingesetzt.

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Taser: Laser sorgt dafür, dass Polizisten Ziel anvisieren können

Der Hersteller Axon, der die Polizei mit den Geräten beliefert, preist die neueste Generation der Technik, den „Taser 7“, in einem Produktvideo als „schneller“, „präziser“, „leistungsstärker“ und mit einer „verbesserten Wirkung“ an. Man verspricht eine „verbesserte Durchdringung von Kleidung“ und „weniger Querschläger“. Auch „schnelleres Nachladen“ zeichne die neusten Geräte aus. Es gibt sowohl Nahbereichskartuschen für Einsätze ab vier Fuß (etwa 1,2 Meter) bis zum Ziel als auch Langstreckenkartuschen für Reichweiten bis zu acht Meter.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Damit Beamte ihr Ziel anvisieren können, verfügen die Elektroschocker über einen grünen Laser, der bei Tageslicht gut sichtbar sein soll. Auch möglich ist laut Hersteller, dass jeder Taser mit einer Body-Cam verbunden ist. Diese würde sich bei einem Einsatz des schwarz-gelben Geräts „automatisiert“ einschalten.

Taser: Für wen der Einsatz von Tasern tödlich enden kann

Die Polizei Berlin, die 225 Elektroschocker im Einsatz hat, nutzte die Geräte zwischen Mai 2024 und Frühjahr 2025 49 Mal, wie aus einer Antwort der Innenverwaltung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus vorgeht. Dabei erlitten die Betroffenen in 32 Fällen sogenannte Primärverletzungen, „zum Beispiel Muskelschmerzen oder leichte Verbrennungen“, schreibt die Innenverwaltung. In sechs Fällen (rund 12 Prozent der Auslösungen) waren die Elektroschocks wirkungslos, unter anderem wegen der Kleidung der Betroffenen.

Der Einsatz der Taser ist grundsätzlich nicht unumstritten. Typische Verletzungen bei Taser-Einsätzen umfassen laut Bundesinnenministerium Hautabschürfungen von Stürzen sowie Hautverletzungen durch die Pfeile. Und: Gerade bei Älteren, Schwangeren und Menschen mit Herzproblemen können Taser auch tödliche Folgen haben.