In Mexiko wüten derzeit heftige Unwetter: Nach offiziellen Angaben ist die Zahl der Toten auf 47 gestiegen. 38 Menschen werden noch vermisst, wie die Regierung mitteilte. Rund 260 Ortschaften sind von der Außenwelt abgeschnitten, Zehntausende Häuser voller Schlamm und Trümmer. 

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Präsidentin Claudia Sheinbaum wurde bei einem Besuch in der großflächig überschwemmten Stadt Poza Rica im östlichen Bundesstaat Veracruz mit Protesten konfrontiert. Die Betroffenen fordern schnellere Hilfe der Behörden. Sheinbaum sagte später in einer Videobotschaft: „Wir wissen, dass es viel Verzweiflung und Besorgnis gibt. Wir werden uns um alle kümmern.“

Poza Rica: Beschädigte Fahrzeuge stehen nach Überschwemmungen im Schlamm.
Poza Rica: Beschädigte Fahrzeuge stehen nach Überschwemmungen im Schlamm. © Felix Marquez/AP/dpa | Felix Marquez

Über sieben Meter hoch: Flut reißt Autos mit sich

Im östlichen Bundesstaat Veracruz, in dem fünf Menschen ums Leben kamen, überschwemmte der über die Ufer getretene Fluss Cazones die Stadt Poza Rica, die fast 190.000 Einwohner hat. Rund 35 Prozent der dortigen Einwohner waren von dem Hochwasser betroffen, wie die Gouverneurin Rocío Nahle mitteilte.

Viele Menschen mussten auf Dächern und Bäumen ausharren, während sie auf ihre Rettung mit Booten oder aus der Luft warteten. Hunderte wurden in Notunterkünfte gebracht. Auch die kleinere Stadt Álamo stand unter Wasser.

Diese Luftaufnahme zeigt die Überschwemmungen im mexikanischen Bundesstaat Veracruz.
Diese Luftaufnahme zeigt die Überschwemmungen im mexikanischen Bundesstaat Veracruz. © ---/Proteccion Civil Veracruz/dpa | ---

Tiger stundenlang auf freiem Fuß

Inmitten der schweren Überschwemmungen sorgte noch ein weiteres Ereignis für Aufsehen: Ein bengalischer Tiger war aus einem Zoo entkommen. Wie der Bürgermeister Carlos Barragán mitteilte, sei das Tier aus seinem Käfig im Tierpark „Animalia“ nahe der Gemeinde Xicotepec im zentralen Bundesstaat Puebla geflohen. Die mexikanische Umweltbehörde hatte die Anwohner zur Vorsicht gemahnt und sie gebeten, sich zu melden, wenn sie den Tiger sehen. Nach Behördenangaben wurde das Tier wiedergefunden. Zunächst war unklar, in welchem Zustand sich der Tiger befand.

Xicotepec ist eine Gemeinde mit rund 80.000 Einwohnern in einer Bergregion in Puebla, die von den heftigen Regenfällen schwer betroffen wurde. Der Fluss San Marcos trat über die Ufer und überschwemmte die Umgebung. Zahlreiche Häuser wurden zerstört, Menschen kamen ums Leben, wie der Bürgermeister in einem Video mitteilte. Eine genaue Opferzahl liegt jedoch nicht vor.

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Regen kann in den kommenden Tagen anhalten

Vor allem die Bundesstaaten Veracruz, Hidalgo, Puebla, San Luis Potosí und Querétaro sind von den Unwettern betroffen. Mindestens 34.000 Häuser sowie Krankenhäuser, Schulen, Straßen und Brücken wurden beschädigt. Einige Ortschaften bleiben wegen Lawinen von der Außenwelt abgeschnitten. Zehntausende Haushalte haben keinen Strom.

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Im zentralen Bundesstaat Hidalgo kamen nach Regierungsangaben 22 Menschen ums Leben. Im Bundesstaat Puebla gab es mindestens neun Todesopfer, weitere Menschen werden vermisst. Ein Sechsjähriger wurde im Bundesstaat Querétaro unter tonnenschwerem Gestein und Schlamm eines Erdrutsches begraben.

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Mexiko befindet sich am Ende der jährlichen Regenzeit, die rund sechs Monate dauert und Anfang November endet. Verantwortlich für die ergiebigen Regenfälle sind unter anderem die tropischen Wirbelstürme „Priscilla“ und „Raymond“ im Pazifik. Meteorologen zufolge können die Regenfälle die nächsten Tage anhalten und der Tropensturm Raymond an Intensität gewinnen sowie seinen Kurs ändern, was zusätzliche Risiken birgt.

mit dpa