Thailands neue Regierung muss etwas tun. Die Tourismuszahlen sind derzeit rückläufig. Einer aktuellen Besucher-Prognose zufolge wird das asiatische Land in diesem Jahr auf etwa 33,1 Millionen Übernachtungen kommen. Das ist weit weniger, als noch im Spitzenjahr 2019 gezählt wurden. Der Tourismus macht Experten zufolge zwischen 17 und 25 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. Grund genug für den Minister für Tourismus, Atthakorn Sirilatthayakorn, gegenzusteuern.

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„Der Tourismus ist das Herzstück der wirtschaftlichen Erholung Thailands, und wir müssen schnell und präzise handeln“, erklärte Sirilatthayakorn am vergangenen Freitag und verkündete, dass man eine Gebühr für internationale Reisende erheben wolle. Diese liege bei 300 Baht (etwa 7,90 Euro). Die Einnahmen sollen dem Ausbau der touristischen Infrastruktur zugutekommen.

Doch die Touristen-Steuer ist nur ein Teil des Sofortmaßnahmen-Pakets für die Branche. So soll auch der chinesische Markt wieder verstärkt in den Fokus genommen werden. Dieser hatte zuletzt stark gelitten, weil Chinesen in Thailands Hauptstadt Bangkok entführt und nach Myanmar oder Kambodscha verschleppt wurden.

Doch die Umsetzung des Reformpaketes könnte scheitern. Die aktuelle Minderheitsregierung ist zum einen erst seit wenigen Wochen und zum anderen nur noch bis zum kommenden März im Amt. Dann soll es Neuwahlen geben. Dass auch noch so gute Ansätze zum Scheitern verurteilt sein können, zeigt dabei der Vorgänger auf dem Posten des Tourismusministers.

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Dieser hatte im August für eine Werbeaktion für ausländische Touristen plädiert. Diese sollten 200.000 kostenlose Hin- und Rückflüge innerhalb Thailands erhalten. Dabei erhoffte man sich trotz großer Ausgaben von rund 14,5 Millionen Euro ebenso große Einnahmen, da die Urlauber ja immer noch Unterkünfte und Mahlzeiten zu bezahlen hätten. Doch aus der Initiative „Kaufen Sie international, fliegen Sie kostenlos innerhalb Thailands“ wurde bislang nichts.

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Nun beginnt in Thailand die Hauptsaison und die politischen Verantwortlichen sind weiter unter Druck. Ob die Maßnahme der Touristen-Steuer schnell durchgesetzt wird und neben der ohnehin schon kompliziert auszufüllenden, digitalen „Arrival Card“ nicht weitere Besucher abschreckt, bleibt abzuwarten. Immerhin hat das Land einen großen Trumpf gegenüber seinen südostasiatischen Nachbarstaaten in der Hand: In Thailand wurde das Konsumieren von Cannabis 2022 entkriminalisiert.