Es ist wie verhext. Die neue „Tatort“-Saison hat noch gar nicht angefangen (die beginnt erst wieder am 14. September mit der Franken-Folge „Ich sehe dich“), da muss schon wieder ein prominenter Abgang aus der ältesten und beliebtesten Filmreihe des deutschen Fernsehens verzeichnet werden. Und ein äußerst schmerzlicher. Stefanie Reinsperger (37) gibt die Dienstmarke im Dortmunder Ermittlerteam ab.
Stefanie Reinsperger will wieder mehr auf der Theater-Bühne stehen
Gerade wurde die Folge „Schmerz“ abgedreht, in der sie das letzte Mal als Kommissarin Rosa Herzog zu sehen ist. Wie genau ihr Abschied aussehen wird, darauf werden die Zuschauer lange warten müssen. Die Folge wird erst im ersten Quartal 2026 ausgestrahlt. Der Ausstieg geschieht aber auf eigenen Wunsch der Schauspielerin. „Nach einer wundervollen, intensiven und spannenden Zeit nehmen Rosa Herzog und ich jetzt Abschied vom ,Tatort’ Dortmund“, gab die 37-Jährige in einem Statement des verantwortlichen Senders WDR bekannt.
Es falle ihr nicht leicht, diese Rosa loszulassen „und ich werde sie noch eine ganze Weile im Herzen mittragen“. Aber sie freue sich jetzt „auf neue Projekte, Rollen und Arbeitsbegegnungen“. Was man halt so in einem solchen Fall sagt. Mit dem harten Schnitt meint sie es indes ernst. Seit 2017/2018 spielte die Österreicherin, die zuvor am Burgtheater und dann am Wiener Volkstheater engagiert war, am Berliner Ensemble unter Oliver Reese. Seit der vergangenen Spielzeit (und der damit beginnenden Direktion von Stefan Bachmann) spielt sie nun wieder am Burgtheater und war noch in einigen auslaufenden Produktionen am BE zu sehen.
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Auch für den Dortmunder „Tatort“ ist ihr Ausstieg ein herber Verlust. Und schon wieder einer. Von der ursprünglichen, leidlich dysfunktionalen Vierer-Besetzung aus dem Jahr 2012 ist nur noch Jörg Hartmann übrig, für den „Schmerz“ der 29. Fall ist. Stefan Konarske stieg schon nach fünf Jahren und neun Fällen aus, Aylin Tezel folgte drei Jahre später nach 18 Folgen und Anna Schudt 2022 nach 21 Folgen. Dieser Schwund sollte eigentlich von Rick Okon und Stefanie Reinsperger ausgeglichen werden.
Es scheint, als ob das letzte ARD-Lagerfeuer langsam verglimmt
Aber auch Okon stieg vor anderthalb Jahren nach nur 13 Folgen aus. Und nun auch noch Reinsperger, nach gerade mal fünf Jahren und elf Fällen. Liegt da ein Fluch auf dem Dortmunder „Tatort“? Im Team hält es keiner mit Kommissar Peter Faber aus. Verhält es sich mit seinem Darsteller Jörg Hartmann ähnlich? Der jedenfalls will weitermachen und seinen zerknautschten Faber-Kittel nicht an den Nagel hängen. Konarske immerhin kehrte in diesem Jahr in seiner Rollenfigur Daniel Kossik zurück. Aber eher, um die Arbeit seines alten Widersachers Faber zu erschweren.
Das Personalkarussell drehte sich zuletzt empfindlich beim ARD-„Tatort“. Lauter Ausstiege beliebter Schauspieler. Demnächst steht auch die 100. und letzte Folge der Münchner an. Es scheint, als ob auch das letzte Lagerfeuer des öffentlich-rechtlichen Fernsehens allmählich verglimmt.






