Ein Auslaufmanöver endete am Dienstagabend (19. August) im Hafen von Warnemünde mit einer Kollision. Das norwegische Kreuzfahrtschiff MS „Nordstjernen“ prallte beim Rückwärtsfahren gegen eine Böschung. Das teilte das Landeswasserschutzpolizeiamt Mecklenburg-Vorpommern in einer Pressemitteilung mit. An Bord befanden sich 31 Passagiere, verletzt wurde niemand.
Ursache für Kreuzfahrtschiff-Unfall: Defekt an Propeller-Steuerung
Erst im weiteren Verlauf gaben die Behörden Details bekannt. Demnach konnte die „Nordstjernen“ die geplante Wende im Hafenbecken nicht ausführen. Grund sei eine Störung in der Propeller-Ansteuerung gewesen, erklärte die Wasserschutzpolizei. Das Schiff setzte in Rückwärtsfahrt über die Hafenzufahrt hinweg und stieß schließlich an das gegenüberliegende Ufer.
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Kreuzfahrtschiff Nordstjernen in Rostocker Überseehafen geschleppt
Nach Angaben der Polizei gelang es der Crew, das Schiff zunächst aus eigener Kraft zurück an den Liegeplatz des Kreuzfahrtterminals zu manövrieren. Weiterfahren durfte die „Nordstjernen“ jedoch nicht. In der Nacht zum Mittwoch – gegen 1.30 Uhr – brachte ein Schlepper das Kreuzfahrtschiff in den Rostocker Überseehafen, wo Taucher den Rumpf untersuchten.
Wie die Behörde mitteilt, stellten die Taucher lediglich Kratzer am Heckbereich fest. Einen Austritt von Öl oder Treibstoff konnten sie ausschließen.
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MS „Nordstjernen“ darf weiterfahren – Kurs auf Samsö und Norwegen
Am Mittwochnachmittag gaben die Behörden die Weiterfahrt frei. Laut dem Anbieter Vestland Classic steuerte die „Nordstjernen“ zunächst die dänische Insel Samsö an und setzte dann Kurs auf das norwegische Fjordland.

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Nach Angaben des Unternehmens war die Reise ursprünglich mit 80 bis 110 Gästen vorgesehen. Tatsächlich befanden sich bei der Abfahrt in Warnemünde nur 31 Passagiere an Bord. Ihre Reise begann damit unter anderen Vorzeichen als geplant.
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Historisches Kreuzfahrtschiff: Die „Nordstjernen“ von 1956
Die „Nordstjernen“ ist nicht nur ein Kreuzfahrtschiff, sondern ein Stück maritimer Geschichte. Sie wurde 1956 auf der Hamburger Werft Blohm & Voss gebaut und gilt heute als denkmalgeschütztes Passagierschiff. Jahrzehntelang war sie im Liniendienst an der Küste Nordnorwegens unterwegs, bevor sie in den 2010er-Jahren restauriert wurde.
Seitdem fährt die „Nordstjernen“ für das Unternehmen Vestland Classic. Eingesetzt wird sie vor allem auf Routen durch Fjorde und kleinere Häfen – Strecken, die an die traditionellen Küstendienste des Schiffes erinnern und ihren historischen Charakter bewahren.

Der Unfall in Warnemünde zeigt, wie anfällig auch traditionsreiche Schiffe für technische Defekte sein können. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei verlief die Havarie glimpflich: keine Verletzten, keine gravierenden Schäden, keine Umweltbelastung. Für die Passagiere bleibt der Vorfall ein unerwarteter Auftakt – bevor es, wie geplant, Richtung norwegisches Fjordland weiterging.





