Medikamente zum Abnehmen werden weltweit immer beliebter. Hersteller von Abnehmspritzen und -tabletten verzeichnen Rekordumsätze mit ihren Produkten, die den Appetit zügeln, indem sie ihre Wirkung in dem Belohnungszentrum des Gehirns freisetzen. Zwei kürzlich veröffentlichte Studien aus den USA haben festgestellt, dass sich bestimmte Abnehmpillen negativ auf die Gesundheit des menschlichen Auges auswirken können.
Medikamente zügeln Appetit und wirken sich auf die Sehfähigkeit aus
Laut dem australischen Wissenschaftsmagazin „Science Alert“ haben Medikamente wie Ozempic, Wegovy und Mounjaro mit den Wirkstoffen Semaglutid und Tirzepatid die Art und Weise verändert, wie Ärzte weltweit Diabetes und Fettleibigkeit behandeln. Dadurch werden Hunger und Appetit gezügelt, die Anwender werden beim Abnehmen unterstützt und der Blutzuckerspiegel reguliert. Die neuen Studien zeigen, dass bei Personen, die diese Medikamente einnehmen, das Risiko schwerer Augenerkrankungen und von Sehverlust leicht erhöht sein kann.
Eine davon sei die nicht-arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NAION). Sie ist eine seltene, aber schwerwiegende Augenerkrankung, die auftritt, wenn der Blutfluss zum Sehnerv plötzlich reduziert oder blockiert wird. Sie wird auch als „Augeninfarkt“ bezeichnet. Die genaue Ursache von NAION sei noch unklar, und es gebe derzeit keine Behandlungsmöglichkeiten. Menschen mit Diabetes hätten ein erhöhtes Risiko, an ihr zu erkranken.
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Der Sehverlust kann plötzlich und schmerzlos kommen
Im Gegensatz zu anderen Augenerkrankungen, die sich schleichend entwickeln, verursacht NAION laut „Science Alert“ einen plötzlichen, schmerzlosen Verlust des Sehvermögens. Patienten bemerken die Erkrankung typischerweise, wenn sie aufwachen und feststellen, dass sie auf einem Auge nichts mehr sehen. Die Sehkraft verschlechtert sich im Laufe einiger Wochen und stabilisiert sich dann langsam wieder. Die Wiederherstellung der Sehkraft verläuft unterschiedlich, bei etwa 70 Prozent der Betroffenen kommt es nicht mehr zu einer Verbesserung ihrer Sehkraft.

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Zwei neu veröffentlichte Studien untersuchten über zwei Jahre hinweg Menschen mit Typ-2-Diabetes in den USA. Etwa 180.000 Menschen wurden dabei untersucht. Eine Studie ergab, dass Semaglutid oder Tirzepatid mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung einer NAION verbunden sind als bisher angenommen. Von 159.000 Menschen mit Typ-2-Diabetes, die diese Medikamente einnahmen, entwickelten 35 Personen (0,04 Prozent) eine NAION, verglichen mit 19 Patienten (0,02 Prozent) in der Vergleichsgruppe.
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Die Forscher stellten außerdem fest, dass ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung „anderer Erkrankungen des Sehnervs“ besteht. Es ist jedoch unklar, welche Art von Erkrankungen des Sehnervs darunter fallen, da die verwendeten Codes in den Krankenakten keine näheren Angaben dazu enthielten. Weitere Studien seien erforderlich. Eine aktuelle, fünfjährige klinische Studie untersuche die Langzeitwirkungen von diabetischen Augenerkrankungen bei 1500 Personen. Dies solle in Zukunft mehr über die Augenrisiken verraten.
fmg/jan










