Es war eine grausige Entdeckung, die ein Spaziergänger am frühen Sonntagmorgen um kurz nach zwei Uhr am Edem-Strand des Athener Küstenvororts Palaio Faliro machte: Die Brandung hatte die Leiche eines kleinen Mädchens angespült. Zunächst glaubte man an einen Badeunfall. Jetzt verdichten sich Hinweise auf ein Verbrechen.

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Wenige Minuten, nachdem der 33-jährige Spaziergänger, ein Ägypter, den Notruf 112 gewählt und die Polizei über seine Entdeckung informiert hatte, trafen der erste Streifenwagen und ein Ambulanzfahrzeug ein. Die Sanitäter stellten den Tod des etwa dreijährigen Mädchens fest. Es trug einen einteiligen Badeanzug.

Auch interessant

Rätselhafter Tod einer Dreijährigen in Athener Vorort: niemand meldete das Kind als vermisst

Was die Polizei gleich zu Beginn der Ermittlungen beschäftigte: Es gab keine Vermisstenmeldung, die auf die Tote zutraf. Auch am Strand schien niemand ein Kind zu vermissen. Polizei und Küstenwache bemühten sich über die Medien um sachdienliche Hinweise aus der Bevölkerung. „Jede noch so kleine Beobachtung kann von entscheidender Bedeutung sein“, heißt es in dem Appell der Küstenwache. Sie sichert Informanten „absolute Vertraulichkeit“ zu. Radio, Fernsehen und Zeitungen berichteten ausführlich über den Fall. Aber auch 48 Stunden nach dem Fund der Leiche gab es am Montag keine Hinweise auf die Herkunft oder die Identität des Mädchens.

Lesen Sie auch

Laut einem Bericht des Fernsehsenders MEGA TV haben die Gerichtsmediziner bei der Untersuchung der Leiche im Gesicht und an den Armen Spuren von Misshandlungen festgestellt. Sie wurden dem Mädchen offenbar drei bis vier Stunden zugefügt, bevor man die Leiche am Strand fand. Eine Obduktion soll jetzt weitere Klarheit über die Todesursache bringen. Die Ergebnisse werden für diesen Dienstag erwartet.

Lesen Sie auch: Griechenland verschärft Asylkurs: Auch am Essen wird gespart

Die Polizei ermittelt nun offenbar in Richtung eines möglichen Verbrechens. Die Mordkommission hat den Fall übernommen. Taucher suchten im Meer vor der Fundstelle nach möglichen Spuren. Sie fanden aber bisher nichts, was sie bei den Ermittlungen hätte weiterbringen können. Auch die Auswertung der Aufnahmen von Sicherheitskameras ergaben keine Hinweise.

Fund der Kinderleiche: Mehrere Badegäste am Strand – ein Augenzeugenbericht als mögliche Spur

Edem ist einer der beliebtesten und belebtesten Strände an der Küste von Athen. Er liegt direkt an der von hohen Palmen gesäumten Küstenpromenade des Stadtteils Palaio Faliro. Der breite Sandstrand und die Beach Bars ziehen jeden Tag Zehntausende Athener an. Während der Hitzewelle der vergangenen Woche waren hier auch nachts Besucher unterwegs, um etwas Abkühlung im Meer zu suchen. Augenzeugen berichten, am Strand seien um zwei Uhr früh, als die Leiche entdeckt wurde, mehrere Badegäste gewesen. Umso mysteriöser ist der Leichenfund.