200 Touristen evakuiert, fast 100 Autos zerstört, mehrere Hektar Wald in Brand: Die Bilanz eines Waldbrandes, der am Sonntagnachmittag nahe der renommierten Badeortschaft Villasimius im Süden Sardiniens ausgebrochen ist, ist dramatisch. Die Flammen drangen bis zum weißen Sandstrand vor, auf dem sich unzählige Badegäste aufhielten.

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Auf Videos im Netz sind Urlauber zu sehen, die hastig ihre Sonnenschirme und Handtücher einpacken, um zu flüchten. Dabei kam es zu chaotischen Szenen. Viele Menschen suchten Zuflucht am Wasser, während dichte Rauchschwaden den Strand einhüllten. Andere versuchten, den Parkplatz zu erreichen, um ihre Autos an den Strand zu fahren und sie so vor den Flammen zu retten.
Schnell war jedoch klar, dass das Feuer den Strandbesuchern die Fluchtwege abschnitt. Die Hafenbehörde von Cagliari organisierte kurzerhand eine Rettungsaktion übers Meer. Mit Booten wurden rund 100 Badegäste, darunter viele Kinder, in Sicherheit gebracht. Auch zivile Bootsbesitzer beteiligten sich an der Rettung. Verletzt wurde niemand. Spezialkräfte mit Löschflugzeugen und Hubschraubern waren ebenfalls im Einsatz.
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„Wir können von einem Wunder sprechen, dass es keine Todesopfer gegeben hat. Dieser Strand ist zu einer tödlichen Falle geworden. Der Brand hätte sich potenziell in ein furchtbares Massaker verwandeln können“, kommentierte ein Einwohner von Villasimius, Antonio Congiu, in den sozialen Netzwerken. Das Rettungssystem habe gut funktioniert. Umweltschützer beklagen den Verlust des großen Waldstücks, den Flammen zum Opfer fiel. „Ein Umweltjuwel ist zerstört“, schrieb etwa die Umweltschutz-Organisation GrIG.
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„In Punta Molentis, einer der Perlen unserer Insel, haben die Flammen Dutzende Menschen zur Flucht über das Meer gezwungen. Anwohner und Touristen sind in Panik geraten. Das war eine schreckliche, schmerzhafte Szene, während ein weiteres Stück unserer schönen Natur in Asche liegt“, beklagte die Präsidentin der Region Sardinien Alessandra Todde. Sie kündigte einen scharfen Kampf gegen etwaige Brandstifter an.
Jeden Sommer werden in Italien Hunderte Feuer gelegt, dagegen will die Regierung nun verstärkt vorgehen und hat zuletzt die Mindeststrafe für vorsätzliche Brandstiftung von vier auf sechs Jahre erhöht. Wer aus Fahrlässigkeit einen Brand verursacht, muss mit zwei Jahren Haft rechnen. „Wir geben nicht auf“, so Todde. „Wir werden noch härter arbeiten, um die Schutzmaßnahmen zu verstärken. Wer Sardinien zerstört, ist ein Feind unserer Gemeinschaft und wird auch als solcher behandelt.“







