In dem anhaltend heißen und trockenen Sommer kämpft Italien mit Dutzenden von Bränden. Besonders stark betroffen ist Sizilien, an diesem Wochenende vor allem das „Zingaro“-Naturreservat im Nordwesten der Insel nahe der Stadt San Vito Lo Capo. Palmen und Wildpflanzen wurden dort durch die Flammen zerstört. Mehr als die Hälfte aller Notrufe, die wegen neuer Brände am Samstag bei dem italienischen Zivilschutz eingingen, kamen von der Insel.

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Auch das Naturschutzgebiet Lago Salso an der Südküste Apuliens am Stiefelabsatz Italiens kämpft nach wie vor gegen die Flammen. Es war bereits in den vergangenen Tagen stark von Bränden betroffen. „Das ist ein regelrechter Angriff auf unsere Naturoase. Viele Interessen oder sogar Racheakte könnten dahinterstecken. Es braucht mehr Kontrollen – und zugleich die stärkere Mitwirkung der Bürger, um jeden Brandherd sofort zu melden“, sagte der Bürgermeister der Stadt Manfredonia Domenico La Marca, in deren Gebiet sich die Naturoase befindet.
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Italien: Sizilien im Würgegriff des Feuers – Land kämpft gegen Brandstifter
Auch dieses Jahr ist Italien mit schweren Waldbränden konfrontiert. Die Zahl der Feuer hat in diesem Jahr stark zugenommen. Zwischen dem 1. Januar und dem 18. Juli 2025 wurden im gesamten Land insgesamt 653 größere Brände registriert. Sie zerstörten eine Fläche von 30.988 Hektar – das entspricht etwa 43.400 Fußballfeldern. Damit brannten im Durchschnitt 3,3 Feuer pro Tag, wobei pro Brand rund 47,5 Hektar Fläche verwüstet wurden.
Die Zahlen stammen aus dem neuen Bericht „L‘Italia in fumo“ (“Italien in Rauch“) der Umweltorganisation „Legambiente“. Sie zeigen, wie stark betroffen besonders der Süden Italiens sowie die Inseln Sardinien und Sizilien sind. In dem Bericht fordert die Organisation dringend politische Maßnahmen, um bestehende Mängel bei Vorbeugung und Kontrolle von Feuern zu beheben. Außerdem sollen mit einem Maßnahmenpaket die Zuständigkeiten zwischen Staat, Regionen und lokalen Behörden besser koordiniert werden.
Derzeit fehle es an einer einheitlichen, integrierten Strategie zur Brandbekämpfung, bemängelt „Legambiente“. Der Bericht basiert auf Daten des Europäischen Waldbrandinformationssystems EFFIS und zeigt, dass von den fast 31.000 verbrannten Hektar rund 18.115 Hektar auf natürliche Flächen wie Wälder entfallen. Weitere 12.733 Hektar betreffen landwirtschaftlich genutzte Flächen, 120 Hektar künstlich genutzte Zonen wie etwa Infrastruktur und sieben Hektar andere Gebiete.
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Sizilien am stärksten von Bränden betroffen
Sechs Regionen in Süditalien führen die Rangliste der zerstörten Flächen an. Die traurige Spitzenposition nimmt dabei Sizilien ein. Dort verbrannten 16.938 Hektar bei 248 Bränden. Es folgen Kalabrien mit 3633 Hektar bei 178 Bränden, Apulien mit 3622 Hektar bei 69 Bränden sowie Basilikata mit 2121 Hektar, die bei lediglich 13 Bränden verbrannten. Das entspricht einem Durchschnitt von über 163 Hektar pro Brand – dem höchsten Wert im Land. Auch Kampanien (1826 Hektar bei 77 Bränden) und Sardinien (1465 Hektar bei 19 Bränden) sind schwer betroffen.
In Mittel- und Norditalien traf es vor allem das Latium mit 696 Hektar bei 28 Bränden. Die autonome Provinz Bozen in Südtirol verzeichnete 216 Hektar Verlust durch lediglich drei Brände. Auch die Lombardei wird unter den betroffenen Regionen genannt.
Die Organisation „Legambiente“ appelliert an die Regierung, die Ursachen dieser Entwicklung ernsthaft anzugehen und strukturelle Lösungen in die Wege zu leiten, um den wachsenden Herausforderungen durch Klimawandel, Trockenheit und fehlende Präventionsmaßnahmen besser zu begegnen.
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Probleme macht das „Geschäft mit dem Feuer“
Italien will jetzt verstärkt Jagd auf Brandstifter machen, die jeden Sommer Hunderte Feuer legen. So hat die Regierung zuletzt die Mindeststrafe für vorsätzliche Brandstiftung von vier auf sechs Jahre erhöht. Wer aus Fahrlässigkeit einen Brand verursacht, muss mit zwei Jahren Haft rechnen.
Die italienischen Behörden setzen inzwischen auch Drohnen im Kampf gegen Brandstifter ein. Nur fünf Prozent der Brände werden laut Experten von Pyromanen gelegt, die aus purer Zerstörungslust handeln. Meist stecken wirtschaftliche Interessen hinter den Sommerbränden. Der Zivilschutz sprach von einem „Geschäft mit dem Feuer“. Strenge Regeln verbieten zwar das Bauen auf abgebrannten Gebieten, dennoch geht man davon aus, dass Spekulation ein Hauptgrund der neuen Brandwelle ist.
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Vor allem in Süditalien wolle man oft durch Brände die staatliche Aufforstung erzwingen, wie italienische Medien berichten. Dafür würden dann Arbeitslose aus der Region eingesetzt. Diese wollten mit den Feuern dafür sorgen, dass weitergearbeitet werden kann, so der Verdacht einiger Ermittler. In vielen Gegenden Süditaliens liegt die Arbeitslosigkeit bei weit über 20 Prozent. Jeder zweite Jugendliche ist ohne Beschäftigung.







