Das Urlaubsland Italien hat derzeit mit Extremwetter zu kämpfen. Während der Süden weiterhin unter einer von Afrika herangezogenen Hitzewelle stöhnt, wird Nord- und Mittelitalien von schweren Unwettern heimgesucht. Sieben junge Menschen wurden am Montagabend aus einer lebensbedrohlichen Lage gerettet: Sie waren auf einer kleinen Flussinsel im Piave nahe Treviso (Norditalien) von den durch starke Regenfälle angeschwollenen Wassermassen eingeschlossen worden. Zwei Hubschrauber brachten die Gruppe per Windenbergung in Sicherheit.

Unwetter in Italien: Zivilschutz rügt „Leichtsinn“ geretteter Wanderer

„Ein aufrichtiger Dank geht an die Feuerwehr und die Ordnungskräfte für den schnellen und tadellosen Einsatz, der heute zur Rettung von sieben jungen Menschen geführt hat. Einmal mehr hat sich die große Professionalität unserer Rettungskräfte als entscheidend erwiesen“, kommentierte der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, die Rettungsaktion. Er mahnte jedoch die Bevölkerung auch zu mehr Eigenverantwortung: „Es ist nicht länger hinnehmbar, dass man sich – trotz ausgegebener Warnungen und Unwetteralarm – in derartige Gefahrensituationen begibt. Hochwasser, starke Strömungen, plötzliche Gewitter: All das war bekannt. Wir dürfen nicht zulassen, dass Leichtsinn das Leben nicht nur der Betroffenen, sondern auch der Helfer aufs Spiel setzt.“

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In der Badeortschaft Terracina südlich von Rom ist am Montagabend, 7. Juni, das Dach eines renommierten Restaurants eingestürzt. Eine 31-jährige Frau, die im Lokal als Sommelière tätig war, kam dabei ums Leben. Die Frau wurde unter den Trümmern entdeckt, reanimiert und ins Krankenhaus gebracht – verstarb jedoch dort. Zehn weitere Personen wurden verletzt, wie italienische Medien berichteten. Drei von ihnen befinden sich in lebensbedrohlichem Zustand im Krankenhaus. Neben dem starken Wind könnte ersten Erkenntnissen zufolge auch ein Schaden am Gebäude eine Rolle bei dem Unglück gespielt haben. Technische Untersuchungen sind im Gange. Die Staatsanwaltschaft ordnete die Beschlagnahmung des Lokals an; ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung und schwerer Körperverletzung gegen Unbekannt wurde eingeleitet.

Erdrutsche in den Dolomiten blockieren wichtige Straßen

Auch der Dolomitenraum ist von Unwettern betroffen, die Murenabgänge verursachten. Im Südtiroler Schnalstal kam es bei Katharinaberg zu einem Murenabgang, der zwei Fahrzeuge erfasste – zum Glück ohne Verletzte. Die Straße musste jedoch gesperrt werden. Neben den Aufräumarbeiten sind auch Geologen im Einsatz, um das Risiko im Bereich des Murenabgangs zu prüfen.

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Am Montagabend ereignete sich außerdem ein Erdrutsch auf der Dolomitenachse zwischen San Vito di Cadore und Cortina d‘Ampezzo. Nach über zwei Stunden heftigen Regens löste sich eine gewaltige Erdmasse vom Marcora-Gipfel im Gebiet von Belluno. Die Staatsstraße 51 „Alemagna“, eine wichtige Verkehrsader in Richtung Cortina, musste gesperrt werden. In den letzten Wochen häuften sich die Erdrutsche in der Gegend. Dies wirft Bedenken hinsichtlich der Erreichbarkeit Cortinas auf, wo im kommenden Februar die Olympischen Winterspiele geplant sind.

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Erwogen wird nun die Installation von Alarmsystemen, die die Durchfahrt von Fahrzeugen auf der Staatsstraße stoppen können, wenn sie Trümmerbewegungen registrieren. In der Zwischenzeit untersuchen Fachleute die geologische Lage. Bei einem Hubschrauberflug wurde festgestellt, dass Teile des Berges eingestürzt sind, die bereits nach einem Vorfall am 14. Juni als instabil eingestuft worden waren. Mit der Installation hochauflösender Videokameras soll ein fortschrittlicheres Überwachungssystem geschaffen werden.