Fast drei Monate es ist es her, dass in dem Ort Weitefeld im Westerwald ein Ehepaar und der 16 Jahre alter Sohn getötet wurden. Von dem mutmaßlichen Täter Alexander Meisner fehlt bis heute jede Spur. Auf der Suche nach ihm gehen die Ermittler auch möglichen Lebenszeichen Meisners in sozialen Netzwerken nach. Im Fokus steht dabei vor allem ein Profil auf der Plattform ok.ru, das zu Meisner gehören soll.

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Auf diesem Account waren in den vergangenen Wochen kitschige digitale Grußkarten gepostet worden, die an verschiedene russische Frauen adressiert waren. Eine der Karten zeigt etwa weiße Tauben und den Spruch „Guten Morgen! Frieden und Gutes für alle!“. Auf einer anderen steht „Danke von ganzem Herzen!“ vor dem Hintergrund roter Rosen. Und ein Bild von Cocktails und Snacks vor einem Pool ist mit „Einen leckeren Sonntag, großartige Laune!“ beschrieben.

„Danke von ganzem Herzen!“ steht auf dieser Grußkarte, die auf Alexander Meisners Profil gepostet wurde.
„Danke von ganzem Herzen!“ steht auf dieser Grußkarte, die auf Alexander Meisners Profil gepostet wurde.© ok.ru | Screenshot

Polizei prüft Postings – unklar ob sie wirklich von Meisner stammen

„Diese Dinge sind uns bekannt und werden von uns geprüft“, sagte ein Polizeisprecher zu den Aktivitäten auf dem Account. Allerdings ist unklar, ob es sich tatsächlich um Meisners Account handelt, noch ob es sich wirklich um Lebenszeichen von ihm handelt oder jemand anderes in seinem Namen postet.

Mit „Einen leckeren Sonntag, großartige Laune!“ ist diese montierte Snack-Zusammenstellung beschrieben.
Mit „Einen leckeren Sonntag, großartige Laune!“ ist diese montierte Snack-Zusammenstellung beschrieben.© ok.ru | Screenshot

Der Polizeisprecher bat, solche Postings zu melden, falls sie im Netz entdeckt werden. Das Teilen ungesicherter Informationen in sozialen Netzwerken erschwere hingegen die Arbeit der Ermittler.

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Über Meisners Verbleib gibt es viele Spekulationen

Schon vor dem Mord soll der verdächtige Meisner auf seinem Account bizarre Dinge gepostet haben: So kippte er sich mitten im Winter einen Eimer kaltes Wasser über den Körper oder tanzte und spielte Akkordeon. „Tanz, ohne das Gesetz des Landes zu brechen, in dem ich lebe“, schreibt er zu einem der Auftritte. Nur eine Woche vor der mutmaßlichen Tat schrieb er ohne Kontext: „Freue dich, solange du lebst.“

Alexander Meisner
Alexander Meisner steht unter Verdacht, im Westerwald eine dreiköpfiger Familie ermordet zu haben.© WP | WP

Über den Verbleib Meisners gibt es viele Spekulationen. So könnte er sich bis heute versteckt im Westerwald aufhalten oder an einem abgelegenen Ort Suizid begangen haben. Auch eine Flucht ins Ausland wäre möglich. Sollte sich Meisner, der aus Kasachstan stammt und fließend russisch spricht, nach Russland abgesetzt haben, wäre er für die deutschen Behörden wohl kaum zu ergreifen. Aufgrund des Ukraine-Krieges gibt es aktuell keinen polizeilichen Austausch zwischen Deutschland und Russland.

Mit Material von dpa.