Sie ist kaum größer als ein Reiskorn, rotbraun gefärbt – und wegen ihrer hohen Aggressivität gefürchtet: die Rote Feuerameise (Solenopsis invicta). Ursprünglich in Südamerika beheimatet, verdrängt sie in neuen Gebieten häufig einheimische Ameisenarten und andere Insekten. Ihre Angriffe sind besonders effektiv: Sie beißt zu und injiziert anschließend mehrfach hintereinander ihr Gift, was für viele kleinere Tiere tödlich enden kann. In Regionen, in denen sie sich ausbreitet, nimmt die Artenvielfalt spürbar ab – auch in der Landwirtschaft kann sie erhebliche Schäden verursachen.

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Auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien wurden bereits im September 2024 mehrere Nester dieser invasiven Art entdeckt, wie Forscher im Fachjournal Current Biology berichteten. Nun rügt die Europäische Kommission Italien: Das Land habe es versäumt, die Einschleppung und Ausbreitung der Roten Feuerameise zu verhindern und zu bekämpfen, wie es in der Verordnung über invasive gebietsfremde Arten vorgesehen ist. Noch bevor sich die Ameise über Sizilien hinaus ausgebreitet hat, macht sie Italien damit ernsthafte Probleme.

EU-Vorwurf: Italien soll Bekämpfung der Ameise versäumt haben

Invasive Arten wie die Rote Feuerameise gehören laut der EU-Kommission zu den fünf Hauptursachen für den Verlust der biologischen Vielfalt in Europa und weltweit. Ziel der EU-Verordnung ist es, die negativen Auswirkungen dieser Arten auf die biologische Vielfalt, sowie auf die menschliche Gesundheit und die Wirtschaft zu minimieren.

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Entgegen den Vorgaben der Verordnung habe Italien die EU-Kommission und die anderen EU-Mitgliedsstaaten nicht rechtzeitig über den Nachweis der Roten Feuerameise auf Sizilien informiert, beklagt Brüssel. Auch über die Bekämpfungsmaßnahmen hätten die italienischen Behörden nicht fristgerecht Auskunft gegeben. Die Maßnahmen, die Italien inzwischen ergriffen hat, hält die EU für nicht ausreichend. Italien hat nun zwei Monate Zeit, auf die Vorwürfe zu reagieren und die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen. Andernfalls kann die Kommission beschließen, den Fall an den Gerichtshof der Europäischen Union zu übergeben.

Befürchtet wird, dass sich die invasive Spezies, begünstigt durch den Klimawandel, von Sizilien aus rasch auch in anderen europäischen Ländern ausbreiten könnte. Zunächst seien insbesondere Städte im Mittelmeerraum und Städte mit großen Häfen wie Amsterdam oder London in Gefahr, erläuterten Forschungsteams.

Rote Feuerameise kann auch dem Menschen gefährlich werden

Ursprünglich aus Südamerika stammend, wurden die Rote Feuerameisen (Solenopsis invicta) zunächst in die USA eingeschleppt. Die kleinen, aber sehr aggressiven Tiere verbreiteten sich dort ab etwa den 1930er-Jahren rasant, in mehreren US-Regionen wurden die Bestände heimischer Ameisen drastisch reduziert. Zudem kommt es zu hohen Ernteschäden. Über den globalen Handel und Tourismus gelangte die Feuerameise später auch in viele andere Länder wie Japan, China, Australien und Neuseeland.

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Der Biss der Roten Feuerameise kann selbst für Menschen sehr schmerzhaft sein. © iStock | Die Locked

Für den Menschen sind die Bisse der Roten Feuerameise sehr schmerzhaft und verursachen juckende, brennende Pusteln. Zu den Symptomen des Bisses gehören Brennen, Juckreiz und Ausschlag. Bei Allergikern kann im Extremfall Lebensgefahr bestehen. Ein anaphylaktischer Schock äußert sich durch Schwindel, Brustschmerzen, Übelkeit, starkes Schwitzen und niedrigem Blutdruck. Wer von einer Roten Feuerameise gebissen wird, sollte die Stelle mit einem Kühlpack oder Eiswürfeln kühlen, um den Schmerz zu lindern. Um allergische Reaktionen zu verhindern oder zu mildern, können Antihistaminika helfen.